München will Kasse aufbessern

Schluss mit dem Chaos: Stadt sammelt Altkleider

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Die Stadt sammelt selbst: Soziale Sammlungen etwa der Kleiderkammer soll es weiterhin geben

München - Das Chaos bei der Altkleider-Sammlung soll ein Ende haben. Die Stadt sammelt die Stoffe künftig selbst und will damit sogar die Kasse aufbessern!

Allerdings werden die Säcke dann nicht mehr an der Haustür abgeholt: Ab Juli will der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) in der ganzen Stadt rund 300 Container für Altkleider neben denen für Glas aufstellen und wöchentlich leeren. Die Stadt erwartet 3000 Tonnen pro Jahr – also rund zwei Kilo Altkleider pro Münchner.

Ein gutes Geschäft: Derzeit zahlten Verwerter 400 bis 500 Euro pro Tonne, erklärt AWM-Chef Helmut Schmidt im Stadtrat! Da wollen auch viele kommerzielle Sammler mitmischen – derzeit stehen 35 Unternehmen bei der Stadt Schlange. Außerdem sorgen immer wieder illegale Sammler für Kleider-Chaos auf der Straße. Diesen Wildwuchs und die Vermüllung will die Stadt stoppen. Soziale Sammlungen etwa der Kirchen sollen nicht betroffen sein.

Die Textilien sollen nach den Regeln des Verbandes „FairWertung“ behandelt werden, um möglichst wenig Schäden im weltweiten Handel ­anzurichten. Rund zehn Prozent werden in Deutschland in Secondhand-Läden verkauft – in München vielleicht mehr, hofft AWM-Chef Helmut Schmidt. Rund 40 Prozent gehen ins Ausland, weitere 40 Prozent werden zu Polster und Dämmstoff recycelt, die übrigen zehn Prozent werden entsorgt.

Unklar ist noch, ob der AWM die Sammlung selbst stemmt. Rot-Grün will das prüfen lassen. Sonst kommt ein Dienstleister zum Zug, der die Stadt am Gewinn beteiligt.

DAC

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