München diskutiert Schweighöfers Kino-Hit

Und wie haben Sie Schluss gemacht?

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München - "Schatz, es ist aus.“ Ganz München diskutiert den neuen Schweighöfer-Film „Schlussmacher“ (seit Donnerstag im Kino). Eine Paartherapeutin gibt Tipps, was am Ende einer Beziehung zu tun ist.

Im Film spielt der sympathische Blondschopf einen Agenten, der gegen Bezahlung dem Partner das Beziehungsende beibringt. Hier der Film, dort das Leben.

Wie kann man, wie darf man Schlussmachen? Sind Seitensprünge ein Trennungsgrund? Und kann man mit dem Ex befreundet sein? Die tz hat die wichtigsten Fragen zum Schlussmachen mit der renommierten Münchner Paartherapeutin Gabriele Leipold geklärt.

Wird heute schneller Schluss gemacht?

Leipold: Die Bedeutung der Partnerschaft hat zugenommen, die Ansprüche wachsen. Eine unglückliche Beziehung wird heute nicht lange akzeptiert. Da der Maßstab so hoch ist, sind Partner leichter austauschbar. Man ist eher bereit, sich zu trennen.

Aus welchen Gründen?

Leipold: Wenn die Lebensstile und Lebensziele dauerhaft nicht mehr zueinander passen. Anderer Freundeskreis, andere Interessen, wenig gemeinsame Zeit – dann wird es schwierig. Eine Beziehung dauerhaft ohne Sex funktioniert nicht, ebensowenig wie zu unterschiedliche sexuelle Vorlieben und einseitiger Kinderwunsch. Oft suchen Paare erst in Krisen Hilfe.

Wann ist eine Beziehung nicht mehr zu retten?

Leipold: Fremdgehen ist noch kein Trennungsgrund: Wegen eines Ausrutschers sollte man nicht alles aufgeben. Erst, wenn Seitensprünge öfter passieren oder so ein Kind entsteht. Bei einer längeren Parallelbeziehung ist die Verletzung zu groß – das kann man nicht aufarbeiten.

Warum fällt Schlussmachen so schwer?

Paartherapeutin Gabriele Leipold aus Untermenzing.

Leipold: Weil natürlich Gefühle verletzt werden. Der Partner will die Trennungsgründe wissen, und die sollte man auch klar benennen können. Sich einfach trennen und gehen – das ist unerträglich für den, der zurückbleibt. Niemand ist darin geübt, verlassen zu werden. Deshalb sollte man dem Partner vorher schon sagen, dass man unzufrieden ist und ihn nicht in Sicherheit wiegen. Wenn morgens plötzlich der Möbelwagen kommt, kann das traumatisierend sein.

Wie geht’s richtig?

Leipold: Wichtig ist, eindeutig zu sein. „Ich trenne mich von dir, es gibt kein Zurück.“ Oder: „Ich liebe dich nicht mehr.“ Je bestimmter man auftritt und umso weniger Zweifel oder Schuldgefühle man verspürt, desto eher wird es der Partner akzeptieren. Das kann man vor dem Spiegel oder mit der Freundin üben. Nach der Trennung muss man sich zurückziehen. Von Abschieds-Sex rate ich ab.

Ist es feige, am Telefon Schluss zu machen?

Leipold: Es ist akzeptabel, fällt oft leichter. Eine Sicherheitsvariante. Besser ist ein Gespräch zu zweit: So kann man sich Auge in Auge verabschieden.

Und wo am besten?

Leipold: Im Park ist es neutral, das Restaurant ein schützender Raum. Der Vorteil: Man kann gehen, wenn man möchte oder es einem zu viel wird. Zuhause kann man seinen Gefühlen freien Lauf lassen, aber sich schlechter zurückziehen und man kommt schwerer an den Partner ran, um das Gespräch überhaupt zu führen. Am Wohnzimmer hängen später eventuell schlechte Erinnerungen.

Was ist mit dem klassischen Brief oder Email?

Leipold: Das taugt eher zur Unterstützung, wenn schon schlussgemacht wurde und der Partner es nicht akzeptiert – um es nochmal deutlich zu machen.

Trennung per SMS?

Leipold: Das ist unwürdig. Das kann man nicht ernstnehmen – vielleicht bei einer kurzenBekanntschaft.

Können Ex-Partner befreundet bleiben?

Leipold: Eher nicht. Eine Trennung ohne Schmerzen ist Illusion. Freundschaft bedeutet innigen Kontakt – und der könnte Hoffnung schüren. Das funktioniert selten. Besser ist, reinen Tisch zu machen und sich ordentlich zu verabschieden.

Interview: Andreas Thieme

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