Die zehn schmutzigsten Scheidungs-Tricks

München - Dreiste Lügen, Mitleidsmasche, Nacht- und-Nebel-Aktionen: Manch eine Scheidung endet im hinterlistigen Rosenkrieg: Wir zeigen die schmutzigsten Tricks und wie man sich dagegen wehren kann.

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200 000 Ehen gehen in Deutschland Jahr für Jahr in die Brüche, über 150 000 minderjährige Kinder sind davon betroffen. Um sie wird besonders erbittert gestritten – und natürlich ums Geld. Die Scheidung wird immer öfter „zum Anlass genommen, um es dem Ex-Partner noch einmal richtig zu zeigen und sich für vergangene Demütigungen zu rächen“, sagen Experten. Doch was sind die schmutzigsten Scheidungs-Tricks? Wie kann man sich dagegen wehren und was raten Scheidungsanwälte?

1. Die Mitleid-Masche

Sie will die Scheidung, er eigentlich nicht. Auch nach der Trennung bittet er sie inständig, ihn noch eine Weile weiter zu versorgen. Schließlich muss er ja arbeiten und Geld verdienen. Das ist ein gemeiner Trick! Nach der Trennung dürfen Ex-Partner noch eine Wohnung teilen – schließlich ist bezahlbarer Wohnraum gerade in München knapp. Doch es darf „keinerlei gegenseitige Versorgung“ stattfinden. Kein Waschen, kein Bügeln, kein gemeinsames Essen. Sonst läuft das Trennungsjahr nicht, und die Scheidung ist nicht nach Ablauf eines Jahres möglich.

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2. Der Jammer-Trick

Die Scheidung ist durch, der Unterhalt vereinbart. Doch er jammert ständig, dass ihm „kaum mehr Geld zum Leben bleibt“. Bis sie – vielleicht aus Schuldgefühlen – freiwillig auf einen Teil des Unterhalts verzichtet. Fest steht: Scheidungen sind ein Armutsrisiko und Unterhaltzahlungen belasten. Doch die Münchner Scheidungsanwältin Renate Maltry stellt klar: „Der Gesetzgeber will durch eine Scheidung ja nicht zwei Sozialhilfeempfänger produzieren. Deshalb gibt’s den Selbstbehalt.“ Sprich: Geld, das dem Partner bleiben muss. Arbeitet man Vollzeit, sind das mindestens 1000 Euro. Plus einige hundert Euro, falls die Mieten – wie in München – über dem Bundes-Durchschnitt liegen.

3. Die Nacht-und-Nebel-Aktion

Die Trennung ist vereinbart. Einer der Partner schläft vorübergehend bei Freunden. Als er oder sie wieder die Wohnung betritt, sind alle Wertgegenstände, alle Familienbilder und alle Finanz-Unterlagen verschwunden. Die Rechtslage ist eindeutig: Alles, was zum „Hausrat“ gehört, darf von keinem Ehepartner eigenmächtig weggenommen werde. Hierzu zählt die Wohnungseinrichtung, oft auch das Familienauto. Soweit die Theorie. Praktisch raten sogar manche Juristen: Man sollte mitnehmen, was sich mitnehmen lässt! Vor allem persönliche Papiere, Urkunden, Versicherungen und Kaufverträge. Später kann man dem Ex-Partner Kopien zur Verfügung stellen. Doch Vorsicht: Die „vollständige Hausratsmitnahme“ kann zur Reduzierung oder gar zum Wegfall von Unterhalts-Ansprüchen führen!

4. Die verschlossene Tür

Kaum ist der Noch-Gatte aus dem Haus, wechselt sie die Schlösser aus. Und sperrt ihn aus. Jetzt muss der Mann unbedingt ruhig und richtig reagieren. Das heißt: Nicht brüllen und toben, sondern still verschwinden und sofort seinen Anwalt informieren. Denn manche rachsüchtigen Ehefrauen holen dann schon mal die Polizei – und behaupten, der Ex sei handgreiflich geworden.

5. Der Geschenke-Trick

Die Trennung ist vereinbart, die Scheidung läuft. Doch bis zum Gerichtstermin verprasst der Gatte fast sein gesamtes Vermögen, damit er nichts davon abgeben muss. Oder er verschenkt es an seine neue Geliebte. Traurig, aber wahr: Bis vor einem Jahr hat dieser Trick oft noch funktioniert. Doch seit September 2009 gilt: Entscheidend ist nicht das Vermögen beim Scheidungstermin, sondern bei der Trennung. Experten raten: Wer sich einen „Zugewinnausgleich“, also einen Teil des in der Ehe erwirtschafteten Vermögens erhofft, sollte unbedingt eine Vermögens-Bilanz zum Trennungs-Zeitpunkt fordern. Weigert sich der Göttergatte, kann das Gericht das Vermögen fiktiv errechnen. Und die Geschenke für die Geliebte fallen schnell ein paar Nummern kleiner aus…

6. Der Leere-Taschen-Trick

Der Ex-Partner kündigt seinen Job, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen. Oder er ist selbstständig und rechnet sich „arm“. Leider kommen manche Männer immer noch damit durch! Für Kinder gibt’s sechs Jahre lang einen (geringeren) Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt, ihre Mütter leben meist von einem Teilzeit-Job – oder Hartz IV. Sobald aber der Mann wieder Arbeit hat, holt sich der Staat zumindest den Kindesunterhalt zurück. Bei Selbstständigen gilt: Hier könnten die Familiengerichte theoretisch die gesamte Buchhaltung der letzten drei Geschäftsjahre prüfen und ein fiktives Einkommen zurechnen. Oft hilft aber nur ein Sachverständigengutachten. Doch das kostet Geld.

7. Der Notar-Trick

„Komm, lass uns alles vorab beim Notar regeln. Ich zahl’s.“ Das bietet mancher vermögende Gatte an, „damit’s bei der Scheidung keine Probleme gibt“. Die Folge: Egal ob Ehevertrag oder Scheidungsvereinbarung - oft wird’s dann eine Regelung in seinem Sinne. Dieser notarielle Vertrag ist bindend. Und der finanziell schwächere Ehepartner hat das Nachsehen.

8. Unterhalts-Trick

Sie lebt schon längst mit ihrer neuen Liebe zusammen – aber kassiert weiter Unterhalt. Theoretisch ist die Sache klar: Wenn die neue Beziehung „eheähnlich“ ist und zwei bis drei Jahre hält, kann der Unterhalt für die Ex-Frau gekürzt oder gestrichen werden. Wenn sie offiziell zusammenziehen ebenfalls. Doch das Dilemma ist: Wie will’s der Ex-Gatte beweisen? Nur in seltenen Fällen meldet sich der Neue offiziell um und die Ex-Frau spielt mit offenen Karten.

9. Die Waffen der Frauen

So manche rachsüchtige Ehefrau spinnt böse Intrigen. Sie ruft bei Freunden, Bekannten und sogar bei seinem Chef an, um den Ex zu verleumden und zu diskreditieren. Oder sie zeigt ihn wegen Schwarzarbeit beim Finanzamt an. Ersteres ist üble Nachrede, letzteres wäre ein klassisches Eigentor: Denn das Ganze kann dazu führen, dass sie ihre Unterhaltsansprüche verliert oder zumindest weniger Geld bekommt. Insbesondere, wenn er dann auch noch hohe Steuerschulden begleichen muss.

10. Die dreistesten Lügen

Manche Frauen und Männer schrecken vor nichts zurück. Sie lügen, dass sich die Balken biegen. Sie behaupten, dass der Ex-Partner sie geschlagen hat, dass er die Kinder vernachlässigt oder gar missbraucht. Renommierte Münchner Scheidungsanwälte warnen: „Damit schaden sich beide Parteien letztlich nur selbst.“ Der Psycho-Krieg eskaliert, die Kinder leiden – und die Scheidungskosten explodieren…

Claudia Detsch

Rubriklistenbild: © dpa

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