Zug "wegen Überfüllung geschlossen"

Bahn-Chaos: Das ist die Bilanz des Montags

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Zunächst mussten die Fahrgäste in Weilheim auf den verspäteten Zug warten, dann duften sie gar nicht mit.

München - Schnee und Kälte machen am Montag allen zu schaffen, auch der S-Bahn in München und den Regionalzügen in Bayern. Auch am Nachmittag setzen sich die Störungen fort.

+++ Die Bahn hat gegen 6 Uhr am Dienstag mitgeteilt, dass sich die Lage im Gesamtnetz beruhigt und die Verkehrslage sich weitestgehend normalisiert hat.  +++

+++ 20.27 Uhr +++ Das ist die Bilanz des Tages: Die Bahn und der Winter – das ist ein Dauerbrenner. Aufgrund der frostigen Temperaturen kämpfte die Bahn am Montag immer wieder mit kleineren Havarien. Zwar hat die Bahn mittlerweile alle 8000 wichtigen Weichen auf ihrem 6000 Kilometer langen bayerischen Streckennetz mit Weichenheizungen nachgerüstet. Doch gestern fielen mehrere Streckenteiler aus – sowohl auf dem Münchner S-Bahn-Netz als auch auf den eingleisigen Strecken nach Füssen oder Oberammergau. Bei der Kochelseebahn waren die Störungen so gravierend, dass die Bahn im Frühverkehr Busse einsetzen musste. Bei der S4 Geltendorf/Grafrath Richtung München gab es auch Zugausfälle. Andernorts, so bei der Werdenfelsbahn, war ein verspäteter Regionalzug so überfüllt, dass Fahrgäste in Weilheim gebeten wurden, auf den Folgezug auszuweichen.

So eine Weiche ist ein Sensibelchen. Bis zu sechs Heizstäbe sorgen dafür, dass der Schnee schmilzt. Doch wenn ein vorbeifahrender Zug einen Eisbrocken verliert und der ausgerechnet an einer Weiche liegen bleibt, könne es mehrere Minuten dauern, bis der Klumpen wegschmelze, erläutert ein Bahnsprecher. Manchmal rücken Bahnmitarbeiter an und schaufeln die Brocken raus. Auch das dauert. Daher sei es gestern immer wieder zu Verspätungen gekommen. Außerdem stellte sich heraus, dass einige Heizstäbe nicht funktionierten – sie wurden ausgetauscht.

+++ 17.09 Uhr +++ Die S-Bahn-Fahrgäste sind im Feierabendverkehr noch immer vom Wetterchaos betroffen. Aktuell meldet die Bahn: "Wegen mehreren witterungsbedingten Weichenstörungen kommt es im Gesamtnetz der S-Bahn München zu Verzögerungen von bis zu 20 Minuten auf allen Linien."

+++ 15.36 Uhr +++ Der Schneefall hält weiter an, der Wetterdienst hat eine Warnung für Bayernausgesprochen. Die Bahn meldet immer noch vereinzelt Zugausfälle. Wer kann, sollte wohl am besten zuhause bleiben. 

+++ 14 Uhr +++ Die Frage, die sich viele stellen: Warum haben die Weichenheizungen nicht funktioniert? Ein Bahnsprecher hat die Frage gegenüber dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt beantwortet: "Wenn sehr starke Schneeverwehungen auftreten, dann dauert es eine Weile bis die Heizung den ganzen Schnee wegschmilzt", erklärt der Bahn-Sprecher. Deshalb mussten die Bahnmitarbeiter den Schnee - zum Beispiel in Olching - wegschaufeln. Auf der Strecke der S3 kam es somit wie auf vielen anderen Linien zu Verspätungen.

+++ 13.08 Uhr +++Der hat gut reden: Auch bei Winterwetter ist ein pünktlicher Arbeitsantritt Pflicht - darauf hat der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, hingewiesen. Eine Verspätung könne die erbrachte Arbeitsleistung und damit auch den Lohn reduzieren. Ein bisschen versöhnlich dürfte die vielen Wetter-Bahn-Leidenden diese Aussage stimmen: "In der Regel könnten die Mitarbeiter mit dem Verständnis ihrer Vorgesetzten rechnen, wenn sie wegen des Wetters zu spät kommen.“

Böse Überraschung bei Werdenfelsbahn

+++ 12.04 Uhr +++ So ganz normal läuft es auch in den Mittagsstunden noch nicht, wie ein aktueller Vorfall bei der Werdenfelsbahn zeigt. In Weilheim gab es für einige Fahrgäste am späten Vormittag nämlich eine böse Überraschung: Der eh schon verspätete Regionalzug "5410" war quasi wegen Überfüllung geschlossen. Wie ein Kollege unserer Onlineredaktion berichtet, wurden die Fahrgäste per Lautsprecher angewiesen, einen Zug später (12.18 Uhr) zu nehmen. Somit mussten sie noch eine halbe Stunde länger im Schneetreiben warten, bis es weiter Richtung München ging. In ganz Bayern sind heute wegen des starken Schneefalls Züge ausgefallen.

+++ 11.30 Uhr +++Nun hat die Bahn eine Pressemitteilung herausgegeben, in der der Chaos-Vormittag zusammengefasst ist. Durch Schneeverwehungen funktionierten einige Weichen auf den bayerischen Bahnstrecken nicht mehr - betroffen war neben der S-Bahn etwa auch die Werdenfelsbahn und die Kochelseebahn. Einige Regionalzüge verspäteten sich um bis zu 40 Minuten.

Die Bahnmitarbeiter schaufelten rund ein Dutzend Weichen von Eisklumpen und Schnee frei. Die Bahn betont: Im 6.000 Kilometer umfassenden bayerischen Schienennetz seien 8.000 wichtige Weichen beheizt. Jedes Jahr vor Winterbeginn würden sie geprüft. Warum es heute dennoch nicht reibungslos klappte, lässt die Bahn offen.

Zum Wetter kam im Münchner Raum noch ein Notarzteinsatz und eine Triebwagenstörung hinzu. Im S-Bahn-Verkehr kam es laut Bahn zu bis zu 20 Minuten Verspätung. Mittlerweile läuft der S-Bahnverkehr wieder normal, vermeldet der Streckenagent. Zu vereinzelten Verspätungen könne es aber noch kommen. Die Bahn rät den Fahrgästen, sich über den Streckenagenten vor Reiseantritt zu informieren.

Einige Fahrgäste berichten von 60 Minuten Verspätung

+++ 10.47 Uhr +++ Viel Geduld und warme Handschuhe sind gefragt: Einige Fahrgäste berichten von Verspätungen bis zu 60 Minuten. Pendler sind zum Teil auf die Straße ausgewichen.

+++ 10.20 Uhr +++ Alle guten Dinge sind drei, alle schlechten offenbar auch. Nach Wetter und Notarzteinsatz kommt nun auch noch ein technischer Defekt hinzu: Ein Zug ist am Rosenheimer Platz liegengeblieben, nun gibt es auf der Stammstrecke beidseitig Verspätungen.

+++ 10 Uhr +++ Die Meteorologen kündigen Minus-Temperaturen à la Sibirien an und auch im Bereich der Münchner S-Bahn hat das Bibbern kein Ende. Bisher gibt es noch keine Entwarnung. Laut Streckenagent bleibt es bei Verspätungen, wenn auch nur noch von maximal 20 Minuten. Bei der Kälte kann die Zeit am Bahnsteig allerdings SEHR lang werden. Außerdem kann es weiterhin zu Zugausfällen kommen.

+++ 9 Uhr +++ Zu Schnee und Kälte kommt jetzt auch noch ein Notarzteinsatz auf der Stammstrecke (Laim) hinzu. Richtung München Ost müssen die Fahrgäste Verspätungen von bis zu 40 Minuten einplanen.

Heftige Verspätungen nach Wintereinbruch

Mit dem Zehn-Minuten-Takt sieht es am Montagmorgen eher schlecht aus: Der heftige Wintereinbruch hat die Weichen lahmgelegt, bei der S-Bahn kommt es im gesamten Netz zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten. Das teilt die Bahn per Streckenagent (8 Uhr) mit. Die Pendler brauchen Geduld - und warme Mäntel, an den Bahnsteigen ist es nämlich eiskalt.

Auch wenn es am Sonntag nicht das Wetter war, dass den Betrieb lahmgelegt hat, das Chaos setzt sich damit fort: Am Sonntagabend ging nach einem Polizeieinsatz auf der Stammstrecke nichts mehr.

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