Avenio-Tram im Einsatz

So schneidet die neue Straßenbahn im Test ab

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Wilhelm Lades vor dem brandneuen Avenio: "Die beste Tram, die ich je gefahren bin."

München - Auf die neue Avenio-Tram fährt ganz München ab. Seit Mitte vergangener Woche ist sie im Stadtgebiet im Einsatz. Ganze 29 Millionen Euro hat die Luxusflotte die MVG gekostet.

Frederik Buchleitner ist Tram-Liebhaber. Sogar eine Internet-Seite mit den vielen Zug-Modellen hat der 19-Jährige auf die Beine gestellt. Die erste Fahrt des brandneuen Avenio wollte er sich natürlich nicht entgehen lassen. „Ich habe extra freigenommen“, sagt er zufrieden und lehnt sich in seinem Sitz zurück.

Sein Urteil: „Ein tolles Gefühl. Er fährt butterweich.“ Als die Tram an der Haltestelle Bayerstraße stoppt, steigt ein weiterer Tram-Fan zu. Sofort zückt er die Kamera, macht Fotos. Tramfahrer Wilhelm Lades lächelt: „Wir sind heiß begehrt.“

Ja, auf den neuen Avenio fährt ganz München ab. Seit Mitte vergangener Woche ist der erste 36-Meter-Zug nun im Stadtgebiet im Einsatz (die Strecke ist übrigens stets geheim, damit nicht nur Zug-Begeisterte in der neuen Tram sitzen). Bald sollen sieben weitere Avenios folgen.

So sieht Münchens neue Tram aus

So sieht Münchens neue Tram aus - Bilder der Präsentation

Satte 29 Millionen Euro lässt sich die MVG die neue Luxus-Flotte von Siemens kosten. Schon die Grunddaten sind beeindruckend: 216 Fahrgäste (davon 69 sitzend) passen in den 1000-PS-Zug. Stellt sich die Frage: Ist diese Tram ihr Geld wert? Gibt es wirklich mehr Platz und Komfort in den Wagenteilen?

Die tz machte eine ausgiebige Testfahrt. Hier die Ergebnisse:

Das Design

Ein bisschen schnittiger als das Vorgänger-Modell R3 sieht der neue Avenio aus. Was sofort auffällt: Die Frontscheibe der Fahrer-Kabine ist größer. „Die Sicht ist für uns daher genial“, erklärt Fahrer Wilhelm Lades. Seit 25 Jahren ist der immerhin schon Trambahnfahrer. Wer in den Zug einsteigt, hat den Eindruck, dass dieser etwas schmaler ist. Das täuscht aber nur wegen der dickeren Außensäulen. Mit 2,55 Metern ist er genauso breit wie der Vorgänger. Die Sitze sind natürlich im MVG-Blau gehalten, ­damit man sich gleich Zuhause fühlt.

Das Fahrgefühl

Schon nach ein paar hundert ­Metern Strecke merkt man, dass diese Tram nicht mehr zittert, ­rumpelt und quietscht. Auch in den Kurven nicht. „Das ist sicherlich die beste Tram, die ich je steuern durfte“, schwärmt daher auch Fahrer Wilhelm ­Lades. Da auch die Seitenscheiben größer gehalten sind als bei den anderen Modellen, hat der Fahrgast einen uneingeschränkten Blick nach draußen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens bei 60 Stundenkilometern. Und für ­Sicherheit ist auch gesorgt: Der Fahrgastraum wird gleich von zehn Kameras videoüberwacht.

Der Komfort

Was den Avenio hier besonders auszeichnet: Er hat acht Türen (die anderen Modelle haben maximal sechs). Heißt: Mehr Leute können schneller aus- und einsteigen. Ausgestattet ist er zudem noch mit einer High-Tech-­Klimaanlage, die trotz der acht Türen die Temperatur in den Wagenteilen auf gleicher Höhe halten kann. Auch im Winter. Zudem gibt es zwei geräumige Plätze für Rollstuhlfahrer, und insgesamt können gleich vier Kinderwagen mitfahren. Auch praktisch: Der neue Fahrkarten-Automat im Inneren lässt sich mit der Bankkarte füttern. Also Schluss mit der lästigen Fragerei in der Tram, ob jemand Kleingeld hat.

Fazit

Im neuen Avenio macht Trambahnfahren Spaß. Er ist zweifelsohne komfortabler und durchdachter als seine Vorgänger. Schade nur, dass man auf die anderen Modelle noch warten muss – weil jedes einzeln vorgetestet werden muss.

Armin Geier

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