Nikolaus-Kind im Krankenwagen geboren

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Nikolausbaby Leticia kam im Rettungswagen auf die Welt, weil Mutter und Vater im Stau auf der Ständlerstraße feststeckten. „Sie ist ein wunderbares Geschenk“, sagen ihre stolzen Eltern Michele und André.

München - Schneller als die Feuerwehr wollte ein Baby am Montag in der Früh zur Welt kommen. Die Mutter entband im Rettungswagen.

Plötzlich spürte Michele Gomes, es reicht nicht. Sie waren kilometerweit von der Klinik entfernt, es ging am Nikolaustag nur im Schneckentempo voran. Und die Wehen schüttelten sie heftig. Das Baby in ihrem Bauch wollte nicht mehr warten. Es wollte jetzt auf die Welt – schließlich war es schon neun Tage über Termin. „Ruf den Notarzt, ich schaff’s nicht“, sagte Michele zu ihrem Mann. André Gomes hielt sein Auto an, wählte die Nummer der Rettungsleitstelle.

Innerhalb weniger Minuten war ein Rettungswagen der Berufsfeuerwehr in der Ständlerstraße. Michele lag ausgestreckt auf dem Rücksitz, die Wehen waren heftig. Die Sanitäter legten die junge Frau auf eine Trage und brachten sie in den Rettungswagen. Mit Blaulicht brauste das feuerrote Auto davon – in Richtung Harlachinger Krankenhaus.

Dem Kind im Bauch der Frau allerdings dauerte auch die Fahrt mit dem Rettungswagen zu lang. Kurz vor der Einfahrt zum Harlachinger Krankenhaus drängte es raus, direkt in die Hände eines Sanitäters. Da war es genau 8.35 Uhr. Ein Notarzt trennte die Nabelschnur, packte das kleine Menschlein warm ein und trug es in die Notaufnahme.

Vater André Gomes war indes alleine mit dem Auto nachgefahren. „Es waren die längsten Minuten meines Lebens.“ Als der BMW-Ingenieur schließlich im Krankenhaus Harlaching angekommen war, fand er seine Frau im Zimmer – mit ­seiner gerade geborenen Tochter Leticia im Arm. „Beiden geht es gut“, erzählt Vater André Gomes wenige Stunden später stolz der tz.

In ein paar Tagen darf Wonneproppen Leticia (die Fröhliche) mit Mama Michele nach Hause. Dort freut sich Alicia (2) schon sehr auf ihr kleines Schwesterchen – die schönste ­Nikolausüberraschung für die junge Familie aus Brasilien.

J. Mell

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