Schock an Gleis 14: Zug prallt auf Prellbock

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München - Ziemlich abrupt endete die Zugfahrt für rund 100 Reisende am Münchner Hauptbahnhof. Die Regionalbahn 57045 aus Donauwörth stoppte zu spät und prallte gegen den Prellbock.

Die rund 100 Reisenden kamen mit dem Schrecken davon, als die

Schrecksekunde im Hauptbahnhof: Der Lokführer einer Regionalbahn aus Donauwörth ist am Montagabend zu weit eingefahren. Der Bremsvorgang am Gleis 14 endete um 19.52 Uhr abrupt: Der Zug fuhr gegen den Prellbock und schob dessen Federlagerung zwei Meter zusammen. Die rund 100 Fahrgäste wurden ordentlich durchgerüttelt, ernsthaft verletzt wurde laut einem Sprecher der Bundespolizei jedoch niemand.

Überhaupt lief der Zwischenfall relativ glimpflich ab. Die Untersuchungen von Bahn und Bundespolizei ergaben, dass weder am Prellbock noch an der Lok gravierende Schäden entstanden sind. Der 26-jährige Lokführer aus Augsburg unterzog sich einem freiwilligen Alkoholtest. Dieser ergab einen Null-Promille-Wert.

Ob ein technisches Versagen oder ein Fehler des Lokführers ausschlaggebend für den Unfall war, blieb am Montag noch nicht endgültig geklärt. Vermutlich hatte der Lokführer aber einfach ein wenig zu spät gebremst.

Immer wieder kommt es vor, dass Züge in dem Münchner Sackbahnhof gegen die Gleisenden rumpeln. Am 31. August 2009 verschätzte sich der Fahrer eines ICEs erheblich und fuhr am Gleis 15 gegen den Prellbock. Der Aufprall war so heftig, dass sogar Platten aus der Bahnhofshalle herausgesprengt wurden. Zum Glück hielt sich zu diesem Zeitpunkt niemand am Ende des Gleises auf, und auch im Zug wurde keiner der rund 220 Passagiere ernsthaft verletzt. Bereits im November 2008 war – ebenfalls auf Gleis 15 – ein ähnlicher Unfall passiert. Beim Bereitstellen rammte ein ICE-Fahrer den Prellbock und demolierte den Schnellzug erheblich. Fahrgäste waren damals nicht im Zug.

Die Bahn hatte als Konsequenz aus dem Unfall 2009 Warnschilder hinter den Prellböcken angebracht und die Bodenplatten dort mit gelben Markierungen versehen. Beides soll Wartende von den Prellböcken fernhalten – in der Praxis funktioniert dies jedoch nur mäßig.

Der am Montagabend zusammengeschobene Prellbock wurde am Dienstagmorgen wieder gerichtet. Arbeiter lösten mit großen Schlüsseln die Schrauben und brachten die Federn wieder in Position.

Sven Rieber

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