SPD-Politiker bei den vergessenen Flüchtlingen am Balkan

Schockierender Erlebnisbericht: Ein Münchner im Horror-Camp

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Die stillgelegte zugige Lagerhalle dient den Flüchtlingen als Unterschlupf.
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Hans-Ulrich Pfaffmann besucht die Gestrandeten der Balkanroute.  
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Bei minus 15 Grad haben die Männer nur Wolldecken für die Nacht.
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Pfaffmann im Gespräch mit einem Flüchtling.
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Sie versuchen sich am Feuer zu wärmen.
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Belgrad - Hans-Ulrich Pfaffmann, Landtagsabgeordneter der SPD und Landesvorsitzender des Arbeiter- und Samariterbundes hat ein Flüchtlingscamp nahe Belgrad besucht. Sein erschütternder Erlebnisbericht.

Rauchschwaden wabern, über das tief gefrorene Matschfeld, in Decken gehüllte Männer stolpern hustend in eine Hallenruine, in der Wellblechdachfetzen von der Decke hängen. Wir sind in Belgrad nahe des zentralen Busbahnhofs. In der Abbruchhalle haben sich an die tausend Flüchtlinge versteckt - im Schatten eines im Bau befindlichen Glitzer-Businessviertels arabischer Investoren, auf dem die Leuchtrreklame: Eagle Hills“ prangt. Am Lagerfeuer aus Plastikflaschen und Altkleidern versuchen sich in der Halle Iraker und Afghanen zu wärmen. „Die Lage ist katastrophal“, so Hans-Ulrich Pfaffmann, Landtagsabgeordneter der SPD und Landesvorsitzender des Arbeiter- und Samariterbundes. 

Er ist nach Belgrad geflogen, um sich ein Bild von der Lage der gestrandeten Flüchtlinge der Balkanroute zu machen. „In der Halle herrscht beißender Rauch, der einem nach wenigen Minuten Tränen in die Augen treibt“, so Pfaffmann. „Gesund ist das nicht und es besteht ständig die Gefahr, dass die Lagerhalle abbrennt.“ Von Waschmöglichkeiten, Toiletten oder medizinischer Versorgung keine Spur. Pfaffmann weiter: „Die Flüchtlinge sind gefangen in Serbien. Sie haben kein Geld für die Rückreise, die Grenzen nach Ungarn oder Kroatien sind zu.“ Viele seien als blinde Passagiere unter Güterzügen über Bulgarien gekommen, in der Hoffnung, nach Westeuropa zu gelangen, um dort Geld für ihre Familien zu verdienen, die in der Türkei oder Griechenland festsitzen. 

Hilfsorganisationen sprechen von Zehntausenden von Menschen, die am Balkan festsitzen. Pfaffmann besucht auch ein Camp in Šid an der kroatischen Grenze: „Frauen und Kinder leiden unter Läusen, Krankheiten greifen um sich.“ Pfaffmanns Resümee: „Die serbischen Behörden und Hilfsorganisationen sind überfordert. Sie brauchen Hilfe von uns. Humanitäre Soforthilfe und Unterstützung für die Integration dieser Menschen, die Serbien nicht mehr verlassen können.“

Im Video: Die schlimme Situation der Balkan-Flüchtlinge

Glomex

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