Auch Maßnahmen für Nußbaumpark

Schönheitskur fürs Bahnhofsviertel: Autos raus - wird die Schiller- zur Sommerstraße?

Visualisierung der Schillerstraße ohne Autos.
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So könnte die Schillerstraße nach einer Umwandlung aussehen - ob Autos ausgesperrt werden, steht noch nicht fest

Das Projekt Sicherheit im Bahnhofsviertel (SiBa) hat verschiedene Vorschläge erarbeitet, um den Bereich sicherer und sauberer zu gestalten. Unter anderem empfehlen die Fachleute Maßnahmen für den Nußbaumpark und die Schillerstraße. Die könnte zu einer Sommerstraße und für den Verkehr gesperrt werden.

Das Projekt Sicherheit im Bahnhofsviertel (SiBa) im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung soll neue Konzepte und Herangehensweisen entwickeln, um Bahnhöfe und ihr Umfeld sicherer zu gestalten. Dazu wurden die jeweiligen Flächen in München, Leipzig und Düsseldorf untersucht, Projektteams befragten Anwohner, kooperierten mit Vertretern von Institutionen, der Verwaltung und der Polizei. Fazit ist zum einen, dass die Stadt bereits sehr viel umsetzt, gelobt wird dabei auch der Kommunale Außendienst (KAD). Die Projektanten schlagen aber überdies eine Reihe von Maßnahmen für das Bahnhofsviertel vor – darunter mehr Bäume, mobile Pflanztröge, grünere Fassaden, mehr Licht und Sitzgelegenheiten, Trinkwasserbrunnen, Wasserspender, Sprühnebelduschen oder Wasserspiele. Weitere Ideen sind legale Sprayflächen, Kunstprojekte, neue Farbgestaltung und Bodentexturen.

Konkretere Ideen umfassen den Nußbaumpark und die Schillerstraße. Weil es im Park häufig Probleme mit Wildpinklern gibt, könnten mehr öffentliche Toiletten helfen oder andernfalls sogenannte Pinkelbeete installiert werden. Die sind über Rohre mit einer Pflanzenkläranlage verbunden, die geruchsfrei arbeitet und ohne Wasser- und Abwasseranschluss auskommen kann. Auch greift der SiBa-Bericht erneut das Thema Drogenkonsumraum auf, das zwischenzeitlich bereits auch von Stadträten eingefordert wurde. Der Freistaat hatte es aber jüngst abgelehnt, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen (wir berichteten).

Für die Schillerstraße schlagen die Experten eine Sommerstraße vor. Das Konzept gibt es ja bereits in München, und es wird auch heuer wieder aufgegriffen. Die Berichtersteller sind sich sicher, dass eine Sommerstraße die Aufenthaltsqualität in der Schillerstraße bereits rein optisch deutlich verbessert. „Als Sommerstraße wäre die Schillerstraße ein attraktiverer Standort für die lokale Gastronomie und umliegende Hotels und würde ein Gegengewicht zu den dort ansässigen Wettbüros und Sex-Shops darstellen“, heißt es wörtlich. Allerdings weisen die Planer auch darauf hin, dass eine solche Sommerstraße zu Lasten des Verkehrs gehen würde, da die Strecke gesperrt würde.

Der Kreisverwaltungsausschuss soll sich am Dienstag mit dem Thema befassen. SPD-Vize Christian Vorländer freut sich, dass der Bericht anerkennt, „dass ein integraler Handlungsansatz der richtige Weg ist, um die Situation weiter zu verbessern. Dazu gehören die sozialen Angebote, die Gestaltung des öffentlichen Raums, innovative Gesundheits- und Hygienekonzepte und für uns selbstverständlich auch weiterhin der Einsatz des Kommunalen Außendienstes.“ Die Vorschläge zum Nussbaumpark sowie zur Schillerstraße und weiteren möglichen Handlungsinstrumente sollen mit allen Beteiligten vor Ort diskutiert werden.

Das sieht auch Dominik Krause, der Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rathaus, so. Der Bericht sei jedenfalls ein „spannender erster Aufschlag, weil er nicht nur ordnungs-, sondern auch sozialpolitische Aspekte aufgreift“. Nun liege es an Verwaltung und Politik, die einzelnen Punkte aufzunehmen und zu diskutieren.

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