Schottenhamel kocht nachts im Museum

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Der Münchner Gastronom Michael P. Schottenhamel (li.) hatte die Idee für das Konzept, Starkoch Philipp Bergk kreiert die Speisekarte

München - "Nachts im Museum" heißt das Konzept des Münchner Gastronoms Michael P. Schottenhamel, das heuer in die zweite Runde geht. Das kulinarische Abenteuer startet nach Kassenschluss.

Museum Brandhorst, 19 Uhr: Die Kassen sind dicht, die Ordner haben längst Feierabend. Doch auf einmal zieht der Duft von geschmortem Kalb und Schokolade auf, Teller klappern. Kellner servieren an einer festlich gedeckten Tafel ein Acht-Gänge-Menü – mitten in der Museums-Lobby!

„Nachts im Museum“ heißt das Konzept des Münchner Gastronoms Michael P. Schottenhamel, das heuer in die zweite Runde startet. Im Gegensatz zum gleichnamigen Kinofilm geht es hier aber ganz besinnlich zu: Nach Museumsschluss genießen die Gäste in der Lobby ein exklusives Menü. Das ist einmalig in München! „Die Architektur und die besondere Atmosphäre machen das Essen bei uns zu etwas ganz Besonderem“, sagt Michael P. Schottenhamel (Sohn von Wiesn-Wirt Peter Schottenhamel), der im Brandhorst seit 2009 das Restaurant Gaeta betreibt.

Und das verwandelt sich jede Nacht in eine ausgefallene Dinner-Location. Starkoch Philipp Bergk (kochte schon bei Eckart Witzigmann und Otto Koch) entwirft jede Woche eine exquisite Speisekarte. Die Gäste können sich ein Menü aus drei bis acht Gängen zusammenstellen, auf Wunsch mit passender Weinbegleitung (Preis zwischen 59 und 135 Euro). Die Küche: bodenständig, aber bis ins kleinste Detail verfeinert, europäisch, asiatisch und mediterran. Als Vorspeisen werden etwa ein Carpaccio vom Kalbsfilet mit Zitronenvinaigrette und Oliventapinade oder ein Duett vom Paprikaschaum mit Flugentenfilets aufgetischt, dann folgen zum Beispiel Seewolf an dreierlei Köstlichkeiten, Hirschkalbsrücken an Blaukraut-Essenz und Kürbis-Gnocchi. Als Dessert gibt es Schokokuchen mit flüssigem Kern an Vanille-Kaki.

Die Möbel, geradlinig und puristisch, stammen von den Star-Architekten Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch, die auch das Museum selbst gestalteten. Über zwei großen Tafeln hängen zwölf Meter lange Lichtröhren, die die Lobby in sanftes Gold tauchen. Im Hintergrund der leere Museums­shop, in dem tagsüber unzählige Besucher stöbern. Durch die riesigen Fenster betrachtet, wirkt das Spektakel von außen fast selbst wie ein Kunstwerk. „Mich erinnert es immer an das Bild Nachtschwärmer von Edward Hopper“, sagt Schottenhamel.

40 Gäste können sich hier jede Nacht bewirten lassen, das Dinner ist auch für Firmenveranstaltungen oder Privatfeiern buchbar. Los geht es täglich um 20 Uhr, donnerstags 20.30 Uhr. Wer will, kriegt gegen einen Aufpreis eine nächtliche Museumsführung. Aber auch so ist „Nachts im Museum“ ein einzigartiges Erlebnis: vor den Fenstern der Trubel der Großstadt auf der Theresienstraße, im Museum selbst eine beschauliche Stille. „Dieser Kontrast macht das Ambiente bei uns aus“, sagt Michael P. Schottenhamel. Sein Konzept ist der beste Beweis: Kunst ist nicht nur was fürs Auge – sondern geht auch durch den Magen!

„Nachts im Museum“, Theresienstr. 35a, Tel.: 089/ 22 88 02 80 (ab 10 Personen; Reservierung erforderlich)

Christina Schmelzer

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