Schranne wird zur Käfer-Halle

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Nach dem Schrannen-Fiasko will Michael Käfer die Halle wieder auf Vordermann bringen

München - Ärger, Insolvenzen, Zwangsverwaltung – die neue Schrannenhalle am Viktualienmarkt verkam in nicht mal fünf Jahren vom Kultur-Palast zum Party-Tempel. Jetzt gibt es neue Hoffnung:

Der Münchner Feinkost-Star Michael Käfer zieht in die Halle. Aber nicht mit einem Gemüse-Stand – die Schrannenhalle wird im kommenden Jahr fast zur Käfer-Halle! Sogar die benachbarten Standlbetreiber freuen sich über die neue Konkurrenz …

Der Feinkost-König mietet mit 800 von 2500 Quadratmetern fast ein Drittel der Fläche für einen Delikatessenmarkt. „Die Schrannenhalle begeistert durch ihre Lage und Einzigartigkeit“, sagt Michael Käfer. Frischen italienischen Schinken und französischen Käse soll es geben, Antipasti, Fisch sowie Duftendes aus der Confiserie. „Alles außer Hummer“, sagt Käfer. Frei nach dem Motto: tolle Qualität, aber kein Luxus. Dazu kommt wohl auch ein Gas­trobereich zum Direkt-vor-Ort-Schlemmen.

Käfer betreibt in Parsdorf und Brunnthal bereits zwei Märkte. Er war im Juni aus dem Rennen um die Residenzpost ausgestiegen. Den Zuschlag für die Gastronomie sicherte sich Roland Kuffler. Käfer konzentrierte sich auf die Schranne – und wird dort mit einer Premium-Lage im vorderen Bereich belohnt, vom Viktualienmarkt aus gesehen. Mit seinem Namen soll er viel Publikum locken.

Kein Wunder, dass Investor Hans Hammer und seine Hammer AG glücklich sind: „Mit Käfer haben wir das Thema Delikatessen ideal besetzt.“ Hammer hatte die Schrannenhalle heuer übernommen und aus der Zwangsverwaltung erlöst. Bis kommenden Herbst will er sein neues Konzept umsetzen: Käfer, dazu zehn bis zwanzig Standl und ein Laden für Küchengeräte.

Die Standlbetreiber sind erleichtert. „Uns war wichtig, dass überhaupt etwas in der Schrannenhalle passiert“, sagt Sprecherin Christine Hirschauer. „Das wird auch den Markt beleben.“

DAC

Aufstieg und Niedergang

1853: Die Halle nach den Plänen von Stadtbaumeister Franz Karl Muffat öffnet als Getreide-Handelsplatz.

1873: Die Großmarkthalle übernimmt die Aufgabe.

1914: Ein Teil der Schranne wird demontiert.

1932: Ein Brand zerstört einen weiteren Teil.

1980: Ein Gutachten ergibt, dass ein Aufbau mit Originalteilen möglich ist.

2003: Baubeginn für die „neue“ Schrannenhalle. Investor Klaus Thannhuber und seine DBVI Immobilen AG geraten in finanzielle Schwierigkeiten.

2005: Am 5. September eröffnet die Stadt die Schrannenhalle.

2008: Im Juli wird ein Zwangsverwalter eingesetzt, weil der Investor die Bank-Forderungen nicht mehr voll bezahlen kann.

2010: Investor Hans Hammer kauft mit seiner Hammer AG die Schranne.

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