Gerichtsvollzieher übernimmt Verwaltung – Betrieb läuft derzeit normal weiter

Schrannenhalle in Geldnot

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In der Schranne ist viel Betrieb, dennoch ist sie in finanzielle Schieflage geraten.

München - Die Pächter der Schranne und ihre Gäste können das nicht verstehen.

Die Schrannenhalle läuft gut – und hat dennoch erhebliche Finanzprobleme. Die Schrannenhallen GmbH und Co. KG unter der Geschäftsführung des umstrittenen Finanz- und Immobilienmoguls Klaus Thannhuber kann ihre Kredite für den Bau des Vergnügungstempels nicht mehr bezahlen.

Die Gläubigerbank – die Deutsche Bank London – hat jetzt einen Zwangsverwalter eingesetzt, der die Geschäfte in der Schranne führt. Außerdem hat die Bank die Zwangsversteigerung beantragt. Die Schranne steht auf städtischem Grund, den die Schrannenhallen GmbH und Co. KG gepachtet hat – eine Tochter der DBVI AG, eine Gründung Thannhubers.

Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne): „Wir waren schon länger darüber informiert, dass es Probleme gibt.“ Von der Zwangsverwaltung habe er am Donnerstag erfahren. Monatzeder sieht die Sache aber gelassen. „Der Betrieb läuft weiter und die Stadt bekommt ihr Geld. Die Erbpacht wurde heuer übrigens im Januar schon fürs ganze Jahr überwiesen.“

Dass nun möglicherweise private Geschäftsleute auf ihrem Geld sitzen bleiben, interessiert Monatzeder nicht. „Die Stadt steht auf der Gläubigerliste ganz oben. Verträge mit Dritten sind kein städtisches Problem.“

CSU-Stadtrat Richard Quaas, der den Vertrag mit Thannhuber von Anfang an kritisierte, sieht sich seinen Befürchtungen bestätigt: „Das Prinzip Hoffnung und die Vogel-Strauß-Politik in dieser Angelegenheit sind weder für den einst von der Stadtspitze gehätschelten Investor, noch für die Stadt selbst aufgegangen.“ Von der offenbar „abenteuerlichen Finanzkonstruktion“ sei nur ein Scherbenhaufen übrig. Die Stadt solle nun ein tragfähiges Gesamtkonzept entwickeln.

J. Welte

Klaus Thannhuber: Schillernde Figur mit Finanzproblemen

Das Geschäftsgebaren von Klaus Thannhuber gibt immer wieder Anlass zu Kritik. So wurde der Geschäftsmann Anfang des Jahres im Zusammenhang mit einem Grundstücksgeschäft wegen Betruges angeklagt. Das Gericht gab die Anklage aber an die Staatsanwaltschaft zurück. Die Staatsanwaltschaft wollte die Vorwürfe eingehender prüfen.

Thannhubers Anwalt Michael Scheele erklärt der tz: „Herr Thannhubers Problem ist, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht seine Privatbank Reithinger 2006 geschlossen hatte. Das war völlig unangemessen.“ Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht habe die geschlossene Bank Reithinger hohe Honorare an ihren Besitzer Klaus Thannhuber auszahlen müssen und sei ausgeblutet.

Seitdem, so Scheele, habe Thannhuber Probleme, bei anderen Banken Kredite zu bekommen.

Anwalt Michael Scheele fügt hinzu: „Die Schranne ist im Prinzip gesund. Ihr Wert ist höher als die Verpflichtungen.“ Dennoch werde kein Weg daran vorbei führen, die Halle zu verkaufen. „Der Verkauf der Schranne an einen neuen Besitzer würde alle Probleme lösen.“

Quelle: tz

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