Schrannenhalle: Oscar ist der neue Feinkost-Käfer

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Oscar Farinett sorgt mit feiner Feinkost-Kette mit weltweit 27 Filialen für die italienischen Momente im Einkaufskorb. Jetzt kommt er nach München.

München - Im September eröffnet der italienische Feinkost-Supermarkt Eataly als Nachfolger von Käfer in der Schrannenhalle. Der Weltkonzern verkauft seinen Kunden nicht nur Lebensmittel, sondern Erlebnisse.

Die gepressten Eier der Meeräsche, carpacciodünn geschnitten mit Olivenöl, Zitronensaft und frischen Tomaten werden auf Sardinien gerne als Vorspeise gegessen. Dass diese Bottarga di Muggine selbst in der nördlichsten Stadt Italiens kaum einer kennt, soll sich ab September ändern. Dann eröffnet der italienische Feinkost-Supermarkt Eataly als Nachfolger von Käfer in der Schrannenhalle. Geht’s nach Eataly-Chef Oscar Farinett (60), schneiden die Münchner ihre gepressten Fischeier bald auch – und zelebrieren das Zubereiten und Essen.

Der italienische Weltkonzern Eataly verkauft seinen Kunden nicht nur Lebensmittel, sondern Erlebnisse: Essen und seine Zubereitung werden zelebriert. Wer das nicht kann, der lernt es bei Eataly in einem Kochkurs, schaut den Köchen der Restaurants über die Schulter oder guckt in den kleinen Manufakturen zu, wie Pralinen und Pasta hergestellt werden.

Seine Lebensmittelphilosophie erklärt der Konzern pathetisch in einem Manifest. Kostprobe gefällig? „Wir sind Menschen, die in qualitativ hochwertige Speisen und Getränke verliebt sind. Wir sind verliebt in die Geschichte und Traditionen dieser Produkte, in die Frauen und Männer, die sie herstellen, in die Herkunftsgebiete dieser Produkte und in die Kinder, die dort aufwachsen.“

Was sich geschwollen anhört, heißt übersetzt, dass Eataly Produkte von kleinen, regionalen Produzenten verkauft – und die Geschichten und Traditionen hinter diesen Produkten.

Hinter dem Konzern steht der italienische Unternehmer Oscar Farinetti, der mit einem Elektronikgroßhandel reich geworden ist. 2007 eröffnete er in einer ehemaligen Wermut-Fabrik in Turin den ersten Eataly. Mittlerweile gibt es in Italien insgesamt zehn Filialen – allesamt mit riesigen Flächen..

Am Bahnhof Ostiense in Rom verkauft Eataly auf 17 000 Quadratmetern Spezialitäten aus dem ganzen Land und macht den kleinen Händlern große Konkurrenz. Als „Käfer im Kettenformat“ wurde der Konzern schon bezeichnet, größer als Müchner Feinkost-König ist er allemal. In Japan ist Eataly mit dreizehn Filialen noch erfolgreicher als in seiner Heimat. Weltweit gibt’s 27 Filialen, der Konzern macht einen Umsatz von 400 Millionen Euro. Bisher gab’s keinen Eataly in Deutschland, das ändert sich mit Eataly di Monaco ab kommenden September.

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