Rathaus lehnt Rücknahme ab: „Zu teuer!“

Schrannenhalle: Stadt will sie nicht

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Die Schranne wurde auf einem städtischen Grundstück errichtet, das die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG des Münchner Geschäftsmanns Georg Thannhuber in Erbpacht übernommen hat.

München - Viele Handwerker, die nach dem Wiederaufbau der Schrannenhalle auf ihren Rechungen sitzen geblieben sind, hatten auf die Stadt gehofft:

Dass sie dem Drama ein Ende bereitet und vom städtischen Rücknahmerecht Gebrauch macht. Auch die Kritiker der Geschäftsführung der Halle wünschten sich das sehnlichst. Doch die Stadt denkt nicht im Traum daran, das mit geschätzten 30 Millionen Euro Schulden belastete Projekt zurückzunehmen.

Der Kommunalausschuss sprach sich am Donnerstag einstimmig gegen den so genannten „Heimfall“ aus. Die Schranne wurde auf einem städtischen Grundstück errichtet, das die Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG des Münchner Geschäftsmanns Georg Thannhuber in Erbpacht übernommen hat. Seit August steht sie unter Zwangsverwaltung. Damals wurden die Kredite der Bank für die Schrannenhalle nicht mehr bedient. Seitdem bekommen auch die Handwerker, die bislang ohnehin noch nicht viel Geld gesehen hatten, nichts mehr überwiesen. Ein Anwalt, der eine dieser Handwerkerfirmen vertritt, erklärte der tz: „Für manche der betroffenen Unternehmen ist das existenzbedrohend.“

Doch während derzeit Banken und Automobilindustrie angesichts der Finanzkrise erfolgreich den Staat um Hilfe rufen, will sich die Stadt kein riesiges Schuldenpaket ans Bein binden. „Wir können nicht jetzt die Hoffnung erwecken, dass die Stadt jede unbezahlte Handwerker-Rechnung übernimmt“, so SPD-Stadträtin Ulrike Boesser. „Auch wenn dies sehr ärgerlich und bedauerlich für die Betroffenen ist.“

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Die Stadt überlässt die Schranne also ihrem Schicksal. Was kommt als nächstes? Falls der Hallenbetreiber Jürgen Lochbihler, der schon mit 300.000 Euro Miete im Verzug ist, im Dezember wieder kein Geld überweist, kann ihm der Zwangsverwalter kündigen. Falls sich anschließend kein Käufer findet, wird die Schranne zwangsversteigert. Dann sehen viele Handwerker gar kein Geld mehr…

Johannes Welte

Quelle: tz

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