"Ein Stoß – und ich lag im Gleis"

Schubser-Attacke an Donnersbergerbrücke

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Siegfried G. (l.) wurde ins Gleisbett gestoßen, Täter Christian B. (r.) sofort festgenommen.

München - Rentner Siegfried G. dachte an nichts Böses, als er an der Donnersbergerbrücke auf seinen Zug wartete. Doch plötzlich bekam er von hinten einen Stoß und landete auf den Gleisen. Nun steht der Schubser vor Gericht.

Siegfried G. (72) dachte an nichts Böses, als er am Abend des 30. August 2013 an der Donnersbergerbrücke auf die S-Bahn nach Olching wartete. Der Rentner lehnte an einem Bauzaun am Gleis 1, als Christian B. (39) auf ihn losstümte. „Ich bekam einen Schlag versetzt, dann weiß ich nichts mehr“, so Siegfried G. Donnerstag im Prozess gegen den Schubser vor dem Landgericht.

Christian B. aus Geretsried, der wegen spontaner Aggerssionstaten schon oft vor Gericht stand, hatte an jenem warmen Sommertag mindestens acht Halbe intus, als der gegen 18.50 Uhr auf dem S-Bahnsteig austickte. Er brüllte herum: „Ich bring dich um!“ Robert G. (51), der den Auftritt des offensichtlich psychisch Kranken beobachtete, im Zeugenstand: „Er rannte erst auf eine Frau zu, dann ging er auf den Rentner los. Er verpaste ihm erst einen Schubser an der Schulter, dann stieß er ihm mit beiden Händen ins Gleis!“ Siegfried G. schlug mit dem Kopf auf einer Schiene auf.

Glück im Unglück: S-Bahnen rechtzeitig gestoppt

„Mein erster Eindruck war: Das hat er nicht überlebt“, berichtete der Beamte Martin L. (52) als Zeuge. „Meine Frau rannte sofort zur Notrufsäule und drückte den SOS-Knopf.“

Martin L. und Robert G. fackelten derweil nicht lange: Sie sprangen ins Gleisbett, um den bewusstlosen Rentner in Sicherheit zu bringen. „Wir legten ihn auf den Grünstreifen auf der gegenüberliegenden Seite.“

Glück im Unglück: Weil der Notruf-Knopf gedrückt wurde, wurden die ­S-Bahnen gestoppt. Sanitäter brachten Siegfried G. ins Klinikum Großhadern, wo seine Verletzungen behandelt wurden. Der Rentner hat die Sache gut überstanden. Er sagt: „Ich fahre immer noch mit der S-Bahn.“

Christian B. entschuldigte sich Donnerstag bei ihm und dankte den Rettern. Da er schwer psychisch krank ist, geht es vor Gericht um seine Unterbringung in der Psychiatrie. Ein Urteil war bei Redaktionsschluss noch nicht gefallen.

E. Unfried

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