Demo am Stachus

Der Schüler-Aufstand

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Die Schüler wollen mit ihrer Kampagne „Wir sind viele“ ihre Verbessungsvorschläge fürs bayerische Bildungssystem einbringen

München - "Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Stimme klaut.“ Unter diesem Motto haben am Mittwoch hunderte Schüler auf dem Stachus für eine bessere Bildung demonstriert!

Mit Plakaten und Trillerpfeifen zogen sie anschließend zum Odeonsplatz und machten ihrem Unmut Luft. Sie fordern vor allem mehr Respekt, Chancengleichheit und Mitbestimmung im Schulsystem.

Für Projektleiterin Luise Baar sind Veränderungen dringend notwendig: „Die Bildungspolitik muss endlich aufwachen. Das passiert nicht, wenn wir die Klappe halten. Wir sind die Gestalter von morgen.“ Unterstützung gab’s auch vom Bildungsexperten der SPD, Martin Güll: „Die Mitbestimmung der Schüler ist nur ein möglicher Schritt, um mehr Kreativität in den Schulen zu ermöglichen. Wir brauchen mehr eigenständiges Denken und weniger Bulimie-Lernen.“

Trotz des ernsten Themas war die Stimmung unter den Demons-tranten ausgelassen – was wohl am nahen Ende des Schuljahres liegt. Durch die Kampagne „Wir sind viele“ hoffen sie, ihre Verbesserungsvorschläge einbringen zu können. Die tz hat vier Demo-Teilnehmer gefragt:

Mehr Mitspracherecht

Heute können wir endlich mal sagen, was uns stört. Wir werden immer vor vollendete Tatsachen gestellt. Uns wird aufgedrängt, was die Politiker entscheiden. Wir haben das Recht, mitzuentscheiden.

Nick Diehl-Thiele (18), Schüler am Luitpold-Gymnasium, München

Mehr Eigenständigkeit

So wie das Bildungssystem jetzt ist, kann’s nicht bleiben. Wir Schüler sind wie Maschinen: zuhören, abschreiben, auswendig lernen. Wenn wir uns mehr selber erarbeiten, bleibt auch mehr Wissen hängen.

Hanne Frommann (17), Schülerin am Luitpold-Gymnasium, München

Mehr Zeit

Durch G8 haben die Schüler ein Jahr weniger zum Lernen. Der Stoff muss aber trotzdem in die Köpfe rein. Das hat doch nur Sinn, wenn der Lehrplan auch angepasst wird. Jetzt ist es einfach zu viel — das kann man kaum schaffen.

Maurice Hage (18), Schüler am Ignaz-Kögler-Gymnasium, Landsberg

Weniger Leistungsdruck

Man steht ständig unter Druck. Ich sehe, wie viele Freundinnen daran kaputtgehen — Magersucht ist nur eine Folge. Das kann’s doch echt nicht sein. Bildung soll doch nicht krank machen!

Franziska Bleß (18), Schülerin am Siebold-Gymnasium, Würzburg

L. Niewald

 

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