Drei Buben sexuell missbraucht

Der Turntrainer muss in die Psychiatrie

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Der ehemalige Turntrainer Felix S. verging sich 37 Mal an kleinen Buben

München - Die Eltern haben auf die Sicherheit ihrer Kinder im Turnunterricht vertraut. Doch ein Trainer hat drei Schüler regelmäßig missbraucht. Vor Gericht legte er ein Geständnis ab. Das Urteil:

Turntrainer Felix S. (30), der mindestens drei Buben (zwischen 8 und 12) in 37 Fällen sexuell missbraucht hat, wurde am Dienstag nach drei Monaten Prozess verurteilt: Sechs Jahre Gefängnis sowie die Unterbringung in der Psychiatrie! Wahrscheinlich wird er viel länger hinter Schloss und Riegel bleiben. Es hängt von den Ärzten ab, wann sie ihn für ungefährlich halten.

„Er hat das Vertrauen der Kinder und seinen Eltern aufs mieseste missbraucht“, trug Staatsanwältin Claudia Corlazzoli in ihrem Plädoyer vor. Mit seiner Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft habe sich Felix S. das Vertrauen der Eltern erschlichen. „Er wurde wie ein Familienmitglied behandelt“, so die Anklägerin weiter. Mit seinem profunden Wissen über Kinderpsychologie und Pädagogik habe er mit Geschick „die Kinder von seinen Eltern weggetrieben“. Sie forderte siebeneinhalb Jahre sowie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Obwohl der Angeklagte vor Gericht ein volles Geständnis abgelegt hatte, dürfe man ihm nicht trauen, betonte Nebenklage-Anwalt Oliver Schreiber . „Er ist kernpädophil und weiter gefährlich!“ Schon während seiner Schulzeit habe der Angeklagte begonnen, sich zum Intensivtäter zu entwickeln: „Für seine Bedürfnisse hat er die Seelen der Kinder schwer geschädigt.“

Verteidiger Alexander Eckstein stimmte diesen Ausführungen zu, bat jedoch, seinem Mandanten eine Chance zu geben: „Er hat selber erkannt, dass er gefährlich ist.“ Er sei bereit zu einer Therapie.

Die 20. Strafkammer ließ es bei sechs Jahren Haft. Es gehe nicht in erster Linie um die Höhe der Strafe, sagte Richter Stephan Kirchinger, sondern darum, dass er nie wieder ein Kind missbrauchen kann. Andererseits wolle man ihm auch eine Perspektive geben. Felix S. werde Medikamente nehmen müssen, „die zu tief greifenden Eingriffen in die Persönlichkeit führen“. Seine Tragik sei die Pädophilie. Kirchinger: „Nur wenn sein Trieb gedämpft wird, hat er eine Chance, ein straffreies Leben zu führen.“

E. Unfried

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