Sie wollen ein Gesamtnetz-Ticket

Protest gegen MVV-Preise: Schüler fordern 15-Euro-Ticket

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Mit ihren gelben Flugblättern fordert die StadtschülerInnenvertretung billigere Monatstickets.

München - Für ihr MVV-Ticket müssen die Schüler tief in die Tasche greuifen. Das wollen einige nicht mehr hinnehmen und präsentieren einen Vorschlag.

Die Schüler auf dem Foto zeigen es mit ihrer Aktion inklusiver selbstgemachter gelber Zettel: „Tür für Schüler unbenutzbar.“ Erinnert an die Tür-defekt-Hinweise an S-Bahnen. Und soll es natürlich auch.

Mit den Flugblättern protestiert die StadtschülerInnenvertretung (SSV) gegen die Preispolitik des MVV. Sie fordern ein Gesamtnetz-Monatsticket für alle Schüler zum Preis von 15 Euro.

Aktuell zwei Ausbildungstarife

Für „Schüler, Azubis und andere Lernende“ gibt es derzeit zwei Ausbildungstarife: bis 14 Jahre den Ausbildungstarif I; ab 15 Jahren der etwas teurere Ausbildungstarif II. Und wie auch bei den üblichen Tickets vom MVV wird’s teurer, je mehr Zonen-Ringe man für den Weg zwischen Schule und Zuhause durchqueren muss.

Schülervertreterin Hannah Imhoff (19) rechnet vor, was sie zahlen muss: Für ihren Schulweg aus Nymphenburg nach Gröbenzell im Landkreis Fürstenfeldbruck durchquert sie die Ringe 2 bis 5. Das kostet seit dem 11. Dezember mit dem Ausbildungstarif II 58,70 Euro im Monat. Fahrten in ihrer Freizeit sind nicht mit dabei.

Schüler müssen tiefer in Tasche greifen als Studenten

Die Münchner Schüler zahlen also monatlich deutlich mehr für ein Ticket, das nur für den Schulweg gültig ist, als Studenten fürs Gesamtnetz-Ticket. Das Semesterticket kostet fürs nächste Sommersemester 259,50 Euro, also 43,25 Euro im Monat.

Mitarbeiter großer Unternehmen, zum Beispiel von BMW, zahlen für die „IsarcardJob“ gleich viel oder sogar weniger als Schüler. So kostet ein Mitarbeiter-Ticket für die Ringe 2 bis 5 bei einem Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern 58,65 Euro pro Monat.

Bei räumlich nächster Schule greift Kommune unter die Arme

Wenn die Schule die räumlich nächstgelegene ist, übernimmt die Kommune bis zur 10. Klasse die Schulweg-Fahrtkosten. Aber wenn die Eltern ihr Kind auf eine weiter entfernte Schule schicken, müssen sie die Kosten selbst berappen.

Und was sagt der MVV? Die Preisstruktur und Vergünstigungen auf Schülertickets seien gesetzlich geregelt. Die beiden zuständigen Ministerien sind das Kultusministerium und das Innenministerium. Der MVV plant bis 2018 eine Tarifstrukturreform. Doch dass das 15-Euro-Schülerticket kommt? Unwahrscheinlich, sagt der MVV.

cva

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