Schüler reanimiert Mann am Marienplatz

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Der 17-jährige Louis Bisani arbeitet auch als Sanitäter.

München - Eigentlich will der 17-jährige Schüler gerade zum Feiern auf die Wiesn. Doch als Louis Bisani im U-Bahnhof Marienplatz einen Mann bewusstlos liegen sieht, fackelt er nicht lange.

Er reanimiert den 58-Jährigen - und rettet ihm damit womöglich das Leben. Ein Glücksfall, dass Bisani gerade vorbeikam: Der 17-Jährige ist Rettungsdiensthelfer.

Der Vorfall ereignet sich am Samstag. Schon gegen 7.30 Uhr ist Louis Bisani unterwegs, er will rechtzeitig einen Platz in einem Wiesnzelt ergattern. Als er im Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Marienplatz ankommt, fällt ihm eine kleine Menschentraube auf. „Ich hab’ gleich gesehen: Da stimmt was nicht“, berichtet er unserer Zeitung. Für so etwas hat der Gymnasiast ein Gespür: Er arbeitet in seiner Freizeit beim ehrenamtlichen Sanitätsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes. Auch auf der Wiesn ist er öfter als Sanitäter im Einsatz.

Als Bisani sich der Menschentraube nähert, sieht er den 58-Jährigen am Boden liegen: bewusstlos. „Er hat noch geatmet. Als erstes habe ich die 112 angerufen.“ Doch noch während des Telefonats bemerkt Bisani, dass die Atmung des Mannes aussetzt. Der Patient läuft blau an. „Da habe ich mit der Reanimation begonnen.“ Zwar hat Bisani schon Erfahrung als Sanitäter - aber es ist das erste Mal, dass er einen Menschen im Ernstfall reanimiert. Weil der 58-Jährige aus Mund und Nase blutet, entscheidet sich Bisani für die Herzdruckmassage - „in vorbildlicher Weise“, wie die Feuerwehr später bescheinigt.

Bisani macht weiter, bis ein Rettungswagen und bald darauf der Notarzt der Feuerwehr eintrifft. Jetzt wird ein Defibrillator eingesetzt. Nach nur zwei Stromstößen entwickelt der Patient wieder einen stabilen Herzrhythmus. Der Notarzt bringt den Mann in eine Klinik. Was die Ursache für dessen Zusammenbruch war und ob der Patient wieder genesen ist, konnte die Feuerwehr am Wochenende nicht mitteilen. Sie meldete aber am Sonntagmorgen: Dank Bisanis beherzten Eingreifens habe der 58-Jährige gute Chancen, ohne bleibende Schäden zu überleben.

Ob Bisani bei seiner ersten Reanimation nervös gewesen ist? „Nicht während dem Einsatz, da blendest du alles aus, hast keine Emotionen“, erzählt er. Erst eine Weile danach habe er leicht gezittert. „Dann erst fängst du an zu denken: ,Oh Mann, das war kritisch.‘“ jop

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