55.334 Härtefälle

Schuldner-Atlas: Wo München in der Kreide steht

Die Karte zeigt, in welchen Postleitzahl-Gebieten die Münchner mit den meisten Schulden leben. VERGRÖSSERN

München - Das Tal der Tränen – es liegt weiterhin im Münchner Norden. Wer im Hasenbergl oder Am Hart wohnt, hat oft große Schwierigkeiten seine Rechnungen zu zahlen.

Das geht aus dem Münchner Schuldner-Atlas 2014 hervor, den das Inkasso-Unternehmen Creditreform am Dienstag vorgestellt hat.

Vergleichsweise tief in den roten Zahlen stecken auch Münchner, die in Berg am Laim und in der Ludwigsvorstadt wohnen. In Ramersdorf wachsen die Schulden am schnellsten. Wie die übrigen Viertel abschneiden, sehen Sie in der Karte.

Die Gefahr zieht sich jedoch durchs ganze Stadtgebiet. Philipp Ganzmüller von Creditreform sagt: „Immer mehr Münchner überschulden sich!“ Zum Stichtag (1. Oktober) zählte der Bericht 94.993 Einwohner, die Schulden angehäuft haben. Das sind 1644 Menschen mehr als im Vorjahr. Seit 2008 waren nicht mehr so viele Münchner verschuldet!

Die Schuldnerquote für München insgesamt dagegen ist von 8,13 auf 8,01 Prozent gesunken. Das liegt vor allem daran, dass München gleichzeitig auch immer mehr (wohl situierte) Menschen anzieht.

Bedenklich ist laut Ganzmüller die sogenannte harte Überschuldung vieler Münchner: Sie stieg in den vergangenen Jahren enorm an. Bei diesen 55.334 Härtefällen (im Jahr 2006 waren es noch 49.339) geht bereits der Gerichtsvollzieher ein und aus.

Umfrage: Hatten Sie schon mal Schulden?

8500 Euro für das Traumauto

Stephan Angermann (35), ­Seemann aus Schlehdorf.

Den Opel Tigra damals wollte ich um jeden Preis. Da war ich gerade 19 Jahre alt und viel zu gutgläubig. Von der Bank habe ich mir 8500 Euro geliehen. Später kam die Erkenntnis: Ich habe nur draufgezahlt, das Auto war bald nichts mehr wert. Den Kredit musste ich trotzdem ewig abbezahlen.

200 Euro für ein neues Handy

Antonio I. (21), Verkäufer aus München.

Ich hatte ein einziges Mal Schulden in meinem Leben. Und zwar bei meinem besten Kumpel. Der hat mir vor einigen Jahren 200 Euro geliehen, damit ich mir ein neues Handy kaufen konnte. Das war kein Problem: Ich kannte ihn schon ewig und er konnte mir vertrauen. Normalerweise gebe ich nur Geld aus, das auch habe.

Tobias Scharnagl

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