Schulweg wird gefährlicher

Auf dem Schulweg sind 2017 122 Schüler verletzt worden, eine Schülerin starb. 

Das entspricht einem Plus von 40 Prozent. Dabei wurden 122 Schüler verletzt (2017: 86). Die Zahlen stammen aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizei. Der Stadtrat befasst sich am Dienstag damit.

Das Schicksal der kleinen Loreeley rührte ganz München. Die neunjährige Schülerin war am 7. Mai bei einem Unfall gestorben. An der Kreuzung Schleißheimer-/Moosacher Straße (Milbertshofen) hatte der Fahrer eines Lastwagens beim Rechtsabbiegen die Schülerin auf ihrem Radl übersehen. Das Fahrzeug erfasste das Kind und verletzte es schwer. Das Mädchen starb im Krankenhaus.

In der Statistik der Polizei ist das Schicksal der kleinen Loreeley nur noch eine traurige Zahl. Denn erstmals seit zehn Jahren ist in München wieder ein Kind auf dem Weg in die Schule zu Tode gekommen. Der Stadtrat befasst sich am Dienstag mit der Unfallstatistik.

Demnach ist die Zahl der Schulwegunfälle im Stadtgebiet im Jahr 2018 um 40 Prozent gestiegen: von 85 im Jahr 2017 auf 119 im Jahr 2018. 2016 waren es 92 Unfälle. 2018 wurden 122 Schüler verletzt, 2017 waren es 86, 2016 96 Schüler. Schwer verletzt wurden acht Kinder (2018); 2017 sind vier Schwerverletzte zu beklagen. 2016 waren es neun Schüler.

Am häufigsten kam es zu Unfällen mit Radfahrern. 2018 hat die Polizei 86 Vorfälle gezählt, 31 Fußgänger, ein Fall in einem Schulbus und weitere fünf Schüler wurden als Mitfahrer in einem Auto oder Linienbus verletzt. 2017 kamen 57 Radfahrer zu Schaden, 24 Fußgänger und fünf als Mitfahrer in Auto oder Linienbus (2016: 51; 38; 7).

Nahezu alle Unfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften (119), lediglich ein Fall passierte außerhalb. 58 Unfälle gab es 2018 auf den Fahrbahnen, 15 auf Gehwegen, 37 auf Radwegen, acht an anderen Stellen. Das entspricht zum Teil erheblichen Steigerungen gegenüber dem Jahr 2017 – damals gab es freilich auch insgesamt weniger Unfälle, 50 passierten auf der Fahrbahn, sechs auf Gehwegen, 19 auf Radwegen und zehn an anderen Orten.

Von den insgesamt 123 Unfallopfern waren die meisten zwölf Jahre alt (28). 14 Jahre waren 21 Unfallbeteiligte, In jeweils 20 Fällen waren die Verletzten elf oder 13 Jahre alt. Zwei Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren sind 2018 ebenfalls bei Unfällen verletzt worden.

Wenn Schüler selbst die Unfälle verursacht haben, so geschah dies in 13 Fällen, weil sie die Fahrbahn überqueren wollten, aber nicht auf den Verkehr achteten. Ebenfalls in 13 Fällen war der Grund, dass irrtümlich der Gehweg befahren wurde oder die Strecke in falscher Richtung. In neun Fällen betraten Schüler die Fahrbahn plötzlich hinter einem Sichthindernis. In weiteren acht Fällen werden Fehler beim Wenden oder Abbiegen genannt.

Wesentlich häufiger allerdings kamen Schüler zu Schaden aufgrund des Fehlverhaltens anderer Verkehrsteilnehmer. In 40 Fällen waren es Fehler beim Abbiegen oder Wenden, in sieben Fällen falsches Verhalten gegenüber Fußgängern, in sechs Fällen die Nichtbeachtung der Vorfahrt und in fünf Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit.

Polizeisprecher Sven Müller sagt auf Anfrage unserer Zeitung, die Steigerung sei auch dadurch begründet, dass die Stadt immer weiter wächst und immer mehr Menschen auf das Rad umsteigen“.

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