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Schumann sorgt für Eklat bei Preisverleihung

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Die Münchner Barlegende Charles Schumann: „Es wird Zeit, dass hier endlich mal jemand die Wahrheit sagt“
Die Münchner Barlegende Charles Schumann: „Es wird Zeit, dass hier endlich mal jemand die Wahrheit sagt“ © Schlaf

Der Auftritt von Bar-Legende Charles Schumann gestern bei der Vorstellung des neuen Marcellino’s Restaurant Report erinnerte an den von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis.

Charles Schumanns Bar am Hofgarten wurde von Marcellino’s ausgezeichnet als die Beste Münchens. Die Urkunde nahm Schumann noch entgegen. Dann aber griff er zum Mikrofon, „weil es Zeit wird, dass hier endlich mal jemand die Wahrheit sagt“:

„Ich freue mich ja, wenn man nett über mich schreibt – aber ich finde nicht, dass meine Bar die beste Münchens ist!“ Außerdem seien die 29 Marcellino’s-Mitarbeiter offenbar nicht besonders viel in München um die Häuser gezogen. „Es steht nicht mal drin, dass man bei mir Mittag essen kann.“ Nicht, dass sich Bar-Ikone Schumann über seine hungrigen Gäste sehr freuen würde – er verkauft lieber Drinks als Essen. „Aber ohne Speisen ginge es nicht mehr.“ Er habe Fehler gemacht beim Umzug weg von der Maximilianstraße. Das Lokal sei zu groß, die Einrichtung nicht stimmig. All das haben die Marcellino’s-Mitarbeiter nicht geschrieben. Aber nicht aus Nachsicht, sondern aus Ahnungslosigkeit, so der Tenor von Schumanns Wutrede im Bayerischen Hof, dem Ort der Veranstaltung. Wobei Schumann damit alle nicht ausreichend qualifizierten Restaurantkritiker abgewatscht haben wollte.Neben ihm stand Hausherrin Innegrit Volkhardt, die Urkunde zur „besten Hotel-Unternehmerin des Jahres“ zwecks Applaus unterm Arm. Auch Sepp Krätz ging mit seinem gerahmten „Botschafter der bayerischen Gemütlichkeit“ sehr lässig um. Nicht anders Acquarello-Patron Mario Gamba, der sich über seinen „1. Platz Lieblingsitaliener“ nicht sehr zu freuen schien. Wie berichtet, hat Gamba den Restaurant-Führer Gault Millau wegen Beleidigung verklagt und einen Teilerfolg erzielt.

Volkhard, Krätz und Gamba standen bereits für eine „Talk-Runde“ mit Marcellino’s-Macher Marcellino Hudalla auf der Bühne. Gesprochen hat meist Herr Marcellino: Lobpreisungen über 20 Jahre Marcellino’s und der Vergleich mit der Konkurrenz, bei dem stets Marcellino’s am besten abschnitt… Bei seinem Münchner Restaurant Report 2009 (für 12 € im Handel) passiert ihm allerdings schon im Vorwort ein peinlicher Fehler: Er nennt das „Bloom“ als Beispiel für die trendigen neuen SB-Restaurants. Dumm nur, dass es das Lokal seit einem halben Jahr nicht mehr gibt…

Marcellino kann übrigens froh sein, dass Schumann seinen Preis überhaupt angenommen hat. „Ich habe auch schon mal einen zurückgegeben.“ Marcellino bedankte sich für die ehrlichen Worte. Nicht nur er.

Quelle: tz

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