Riva Bar Pizzeria in der Feilitzschstraße

63 Tage nach der Bombe: Der Ofen ist wieder an

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Endlich wieder offen: Betriebsleiter Andreas Salger in der renovierten Riva Bar Pizzeria in Schwabing

München - Zwei Monate nach der Sprengung der Fliegerbombe in Schwabing ist in der Riva Bar Pizzeria in der Feilitzschstraße endlich der Ofen wieder an.

Der Boden glänzt wieder, die Wände sind frisch gestrichen! Zwei Monate nach der Sprengung der Fliegerbombe in Schwabing ist in der Riva Bar Pizzeria in der Feilitzschstraße endlich der Ofen wieder an: Mit neuer Optik, neuer Speisekarte – und direkten Blick auf den riesigen Krater.

Das Restaurant in der Feilitzschstraße 4 (im rosa Gebäude unten rechts beheimatet) wurde bei der Bombensprengung am 28. August schwer beschädigt: Fenster und Türen waren zersplittert, Möbel kaputt

Denn gegenüber der Pizzeria klafft noch immer eine tiefe Grube: Hier hatten Bauarbeiter am 27. August einen 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Als die Bombe am nächsten Tag kontrolliert in die Luft ging, wurde auch die Riva Bar schwer getroffen. Betriebsleiter Andreas Salger zur tz: „Ich hatte unser Lokal kaum wiedererkannt, als ich am nächsten Tag den Schaden begutachten durfte.“ Zersplitterte Fenster, kaputte Stühle, überall Staub und Ruß. „Sogar unsere Feuerschutztüren waren verbogen wie Kartoffelchips, auf dem Boden lagen Bombensplitter – es sah aus wie ein Trümmerfeld.“

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Fast zwei Monate später wurde das Restaurant jetzt nach einer aufwändigen Renovierung wieder eröffnet. „Wir mussten die komplette Decke abnehmen, um das Lüftungssystem zu sanieren – die Klappen der Kanäle haben der Druckwelle nicht standgehalten“, sagt Salger. Auch die Musikanlage wurde ausgetauscht, ebenso Mobiliar und Boden: „Als die Bombe hochging, waren unsere Tische noch eingedeckt – die umgekippten Balsamico-Flaschen haben den Boden so zerfressen, dass wir ihn komplett neu einlassen mussten.“

Nur die Fenster sind noch Provisorien, die neuen kommen im Dezember. Die Zwangspause hat die Riva Bar auch zum Anlass genommen, die Speisekarte zu überarbeiten – neben Pizza & Co. gibt es jetzt traditionelle italienische Gerichte wie Wirsingkohlsuppe (4,90 Euro) oder geschmortes Perlhuhn mit Gemüse (15,90 Euro).

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Den Bombenschaden schätzt Andreas Salger im sechsstelligen Bereich. „Auch wenn der materielle Schaden von der Stadt übernommen wird – in Gastro-Betrieben sind die laufenden Kosten, etwa für das Personal, mindestens genauso hoch“, sagt Salger, der die Riva Bar für das Unternehmen Kull & Weinzierl (u.a. Bar Centrale, Riva im Tal, Brenner) führt. „Wären wir ein Einzelunternehmen, hätten wir nicht wieder öffnen können – so viele Rücklagen hätten wir nicht.“

Riva Bar Pizzeria in Schwabing, Feilitzschstraße 4, täglich 11.30 bis 1 Uhr, Tel. 089/ 309 05 18 08; www.riva-schwabing.de

Christina Schmelzer

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