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"Happy Slapping" in Schwabing

Buben schlagen Mann - und stellen Video ins Netz

München - Wahrscheinlich sollte es Spaß sein, ein erbärmlicher Spaß: Drei Buben haben einen 67-Jährigen auf offener Straße ins Gesicht geschlagen, das ganze gefilmt und später das Video ins Netz gestellt.

Einem Wildfremden unvermittelt auf der Straße ins Gesicht schlagen, das ganze mit dem Handy filmen und hinterher ins Internet stellen: Das ist ein neuer, schockierender Trend, der derzeit unter Jugendlichen grassiert und sich euphemistisch "Happy Slapping", also fröhliches Schlagen, nennt.

In Schwabing haben bereits am Sonntag drei Jugendliche genau das praktiziert. Wie die Polizei erst jetzt mitteilt, war ein 67-jähriger Professor gegen 14.20 Uhr mit seinem Fahrrad auf der Berliner Straße unterwegs, als er zum Telefonieren anhielt. Kurz darauf wurde er von drei Buben angesprochen.

Einer, erst 13 Jahre alt, schlug dem Professor daraufhin unvermittelt mit der flachen Hand ins Gesicht. Dann rannten die drei in Richtung Berliner See davon. Der 67-Jährige erstattete sofort Anzeige.

Bei den Ermittlungen wurden die Buben ausfindig gemacht und gaben auch zu, dass sie die Tat begangen hatten. So konnten die Beamten einen Zusammenhang zu einem anderen Fall herstellen, der sich schon früher ereignet hatte. Die Buben hatten alles auf ihren Handys dokumentiert.

Ein Video zeigte, wie der 13-Jährige den Professor ins Gesicht schlug. Der 13-Jährige wiederum hatte einen Film gespeichert, der seinen 14-jährigen Kumpel zeigt, wie er einem bislang unbekannten älteren Mann ins Gesicht schlägt und dann abhaut.

Außerdem stellte sich heraus, dass der 13-Jährige eine ältere Dame mit Wasser bespritzt hatte. Das allerdings wurde nicht auf Video aufgenommen.

Die drei Jugendlichen nennen ihr "Happy Slapping" selbst "Smack Cam" - was auf Deutsch so viel heißt wie Klaps-Kamera. Dabei werden hilflose Opfer aus dem Hinterhalt mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

Zeugenaufruf

Die Polizei schreibt: "Für die weiteren Ermittlungen wäre wichtig zu erfahren, wer insbesondere am Sonntag, 11. Mai, in den Nachmittagsstunden im Stadtteil Schwabing in ähnlicher Weise Opfer eines tätlichen Angriffs durch jugendliche Täter geworden ist."

Wer sachdienlich Hinweise geben kann, kann sich an das Polizeipräsidium München, Telefon (089)2910-0 oder jeder andere Polizeidienststelle wenden.

pak

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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