Messe-Mekka im Münchner Norden

25 Jahre MOC: Das Wagnis hat sich gelohnt

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Als „angenehmes Publikum“ schätzt Reinhard Pfeiffer, Vize-Chef der Messe München, Aussteller und Besucher der Motorradmesse „IMOT“.

Seit einem Vierteljahrhundert Jahren gibt es das Veranstaltungs- und Ordercenter MOC im Münchner Norden. Die Einrichtung, mit der die Messe München einst Neuland betrat, hat sich zum Erfolgsmodell gemausert.

Früher war hier mehr Zug dahinter. Das war, als in Freimann das Bundesbahn-Ausbesserungswerk stand. Ungefähr dort, wo heute im MOC die neuesten Modekollektionen geordert werden, Biker ihre Traummotorräder bewundern und edelste HiFi-Geräte erklingen. Lokomotiven und Güterwagen verschwanden nach und nach, und auf dem Gelände an der Lilienthalallee wurde im Auftrag der Messe München das MOC Veranstaltungs- und Ordercenter gebaut. 1993, also vor 25 Jahren, war die Eröffnung.

Es sei ein Wagnis gewesen, das MOC dort zu bauen, sagt Reinhard Pfeiffer, der als stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München quasi Hausherr im MOC ist. Der Entwurf des Stararchitekten Helmut Jahn, der in München unter anderem das Airport Center MAC am Flughafen plante, war „eine einmalige neue Konzeption“: Einkäufer für Mode, Sport und Schuhe hatten nun einen Ort, wo sie alles bestellen konnten, dazu gibt es Konferenzräume, flexible Büroflächen, Platz für Veranstaltungen und natürlich Gastronomie. Das Konzept funktioniert bis heute: Nach der Sportartikelmesse ISPO (vom 28. bis 31. Januar in Riem) waren vom 5. bis 7. Februar Ordertage im MOC. Da wurde bestellt, da wird das eigentliche Geschäft gemacht.

Stark belegt mit Ordertagen nur für Fachbesucher 

Der Kalender des MOC ist gespickt mit Ordertagen, an denen ausschließlich Fachbesucher kommen. Doch zur Mischung gehören auch Kongresse, Firmenevents, Tagungen und natürlich Publikumsmessen. Die erste und seit Langem erfolgreichste davon ist die Internationale Motorradmesse IMOT, die heuer ebenfalls ihren 25. Geburtstag feierte. Dabei waren die Verantwortlichen anfangs ziemlich skeptisch ob der neuen Interessenten. Doch die vermeintlichen Rocker entpuppten sich als „angenehmes Publikum“, wie Reinhard Pfeiffer festgestellt hat. Die Biker seien vielleicht etwas rauer, „aber sie sind herzlich. So mancher von der Modewoche ist zickiger.“

Während die IMOT dem MOC nach wie vor treu bleibt, sind einige andere Messen wegen des großen Erfolges nach Riem gewandert. Dort gibt’s deutlich mehr Platz für Aussteller und Besucher. So hat sich zum Beispiel „Die 66 – Deutschlands größte 50plus-Messe“ so gut entwickelt, dass sie nun vom 20. bis 22. April bereits zum zweiten Mal in Riem stattfindet. Gleiches passierte mit Expo Real und Opti. Messe-Chef Pfeiffer freut’s für die Hallen in Freimann. Etwa 80 Veranstaltungen mit rund 400 000 Besuchern zählt er im Jahr. „Das MOC ist auch wichtig als Entwicklungszentrum für Messen.“ Neues kann man hier mit überschaubarem Risiko ausprobieren und leichter und flexibler an die Bedürfnisse der Besucher und Kunden anpassen. Da kommt dann ganz schnell Zug in die Sache.

Lesen Sie auch: Jubiläums-Event zog tausende Besucher ins MOC

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