Die Polizei macht ernst

Achtung! Blitzer im Petueltunnel scharf

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Wer kein "Foto" von sich will, sollte im Petueltunnel vorsichtig fahren. Dort gilt Tempo 50!

München - Es wird Ernst gemacht: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nehmen die Blitzer im Petueltunnel ihren Betrieb auf - die Testphase ist dann endgültig vorbei.

Punkt Mitternacht wird Ernst gemacht: Die Testphase für die neuesten Blitzer im Petueltunnel ist endgültig vorbei. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat die Raserei im Stadttunnel ernsthafte Folgen, denn ab diesem Zeitpunkt nehmen die Blitzer ihren Betrieb auf. Das teilte am Dienstag Polizeidirektor Andreas Schaumaier offiziell mit, um gleich mal jeglichen Abzocke-vorwürfen vorzubeugen: „Hier geht es nicht ums Geldmachen. Hier geht es um die Sicherheit und das Leben von Menschen. Und da hört bei uns der Spaß auf.“ 632 Raser-Unfälle geschahen im vergangenen Jahr in München. 415 Menschen wurden dabei verletzt und zwölf sogar getötet.

Drei Sensoren liegen im Ein-Meter-Abstand in der Fahrbahn des Petueltunnels, in dem das Tempo bereits im Jahr 2004 nach vielen Unfällen von 60 auf 50 reduziert wurde. Bei den Sensoren handelt es sich um Druckpunkte, die die Weg-Zeit-Berechnung durchführen und im Fall der Fälle den (kaum wahrnehmbaren) Schwarzblitz und die Kamera auslösen.

Die Tempodaten und ein erstklassiges Foto des Fahrers werden gespeichert und digital an die Auswertungsstelle der Polizei bei der Verkehrsüberwachung übermittelt. Dort überprüfen Polizisten noch einmal alle Daten und die Fotoqualität – und schon ist der Vorgang unterwegs zur berühmten Zentralen Bußgeldstelle in Viechtach. Und die kennt bekanntlich kein Pardon.

Die Kameraanlagen in beiden Tunnelrichtungen hängen schon lange, wurden von Januar bis April genauestens getestet. An acht Messtagen im Februar wurden bereits 2500 Temposünder geblitzt, der Schnellste von allen war sogar mit Tempo 118 unterwegs. Und dabei wurden noch längst nicht alle Raser erfasst, weil die Kameras damals auf verschiedene Messschwellen eingestellt waren.

Bis zum endgültigen Betrieb musste u. a. zunächst die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ein Zertifikat erstellen, dann schritt das Eichamt München zur Tat. Nun hat das Innenministerium endgültig grünes Licht für die Messungen im Tunnel gegeben. Der Tunnel ist 1,5 Kilometer lang und wird täglich von 110.000 Fahrzeugen genutzt. Er ist jetzt auf dem neusten technischen Stand, seitdem im Jahr 2010 die Sicherheitsvorschriften für Straßentunnel deutlich angehoben wurden.

Potenzielle Raser, die hinter den Kameras wieder Vollgas geben, seien gewarnt: Nach wie vor fahren die zivilen Messfahrzeuge der Polizei regelmäßig Streife.

Dorita Plange

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