Sanierung in der Occamstraße

Zapfenstreich im Albatros

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Muss raus: Albert Plötz, Pächter des Kellerpubs Albatros.

München - Mit dem Albatros wird am Samstag vermutlich ein Stück Schwabinger Geschichte sterben. Das knapp knapp 100 Quadratmeter große Pub soll saniert werden. Danach ist die Pacht für Wirt Albert Plötz nicht mehr erschwinglich.

Alt tanzt mit Jung zu Schlagern, der DJ heizt mit dem Mikrofon ein, am Tresen karteln Stammgäste – das Pub Albatros ist seit 29 Jahren eine der Adressen für alle, die urige Gaudi lieben. Sollten die guten, alten Zeiten wirklich schon vorbei sein? Am Samstag wird der Pächter und Wirt Albert Plötz (67) vermutlich das letzte Mal den Zapfhahn aufdrehen.

Dann rücken in seinem knapp 100 Quadratmeter-Pub die Handwerker an. „Von den Sanierungsplänen habe ich schon vor eineinhalb Jahren gehört. Die haben das ganz schlau gemacht und mir nur noch kurz befristete Verträge gegeben. Man hat mir zwar auch angeboten, das Lokal zu kaufen – aber da kann ich finanziell ja nicht mithalten …“

Die Albatros-Stammgäste wollen das Ende nicht wahrhaben, allein am Samstag haben sie 300 Unterschriften gesammelt und eine Online-Petition gestartet. Ein Stammgast schrieb der tz: „Dass Albert sein Lebenswerk verliert, bricht das Herz all seiner Gäste! Das Albatros gehört zu München, wie die Bavaria auf die Wiesn oder die Weißwurscht zum bayerischen Brunch! Wer schon mal im Albatros war, geht immer wieder hin! Soviel Herzlichkeit gibt es selten!“

Wirt Plötz hofft noch immer, dass ein Investor kommt, der ihm einen neuen günstigen Pachtvertrag gibt. „Ich sitze auf gühenden Kohlen. Bitte helft mir, dass dieses Stück Schwabinger Geschichte nicht stirbt.“

nba/lay

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