Alles eine Nummer kleiner

Allianz Arena: Geplantes Windrad um 30 Meter gekappt

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Das geplante Windrad muss 30 Meter kleiner werden!

München - Es läuft nicht mehr rund mit dem geplanten Windrad an der Allianz Arena: Geht dem geplanten Projekt etwa die Puste aus?

Es läuft nicht mehr rund mit dem geplanten Windrad an der Allianz Arena: Am Donnerstag sollen die Stadtwerke zwar einen Nutzungsvertrag für den Müllberg bekommen, auf dem sie den Rotor errichten wollen. Aber die Stadt hat die Höhe gekappt! Geht dem Windrad etwa die Puste aus?

Früher haben die Stadtwerke mehr Wind um ihr Projekt gemacht: Vor drei Jahren war von zwei Windrädern im Münchner Norden mit bis zu 192,50 Metern die Rede. Dann sollte es nur eine Anlage sein. 2012 beantragten die Stadtwerke einen 179-Meter-Rotor. 2013 lehnte die Stadtgestaltungskommission den Mast ab. Jetzt hat das Umweltreferat nur 149,70 Meter genehmigt! Der Haken: Je höher, desto stärker pfeift laut Energie-Atlas der Wind – und umgekehrt.

Und: Beim Nutzungsvertrag für den Müllberg betont Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) mehrfach, dass die Gebührenzahler nicht belastet werden dürften – und dass die Stadtwerke für alle Schäden geradestehen müssten. Ohnehin braucht es jetzt auch noch eine Genehmigung, die dem Müllberg Standfestigkeit nachweist.

Die Stadtwerke beruhigen: „Bei den Baugrunduntersuchungen sind bisher keine ungewöhnlichen Erkenntnisse aufgetreten.“ Aber die Dauer des Verfahrens und Vergütung drücken auf die Wirtschaftlichkeit. Und nur wenn die stimme, werde irgendwann auch gebaut.

Die grüne Stadt

„Ausbauoffensive Erneuerbare Energien“: So heißt das Programm der SWM, in dem satte 9 Milliarden Euro in Ökostrom-Projekte investiert. Ziel: Bis 2025 sollen die 7,5 Milliarden Kilowattstunden, die in der Stadt jährlich verbraucht werden, komplett aus Anlagen mit regenerativer Energie stammen. Und weil das in München mit Wind- und Wasserkraft nicht zu schaffen ist, investiert die SWM europaweit in Projekte – vor allem in sogenannte Offshore-Windkraftanlagen auf hoher See:

Vor allem in der Nordsee ist der Münchner Energieriese an zahlreichen Windparks beteiligt: DanTysk und Global Tech I stehen kurz vor der Fertigstellung und können über 400 000 Haushalte versorgen. 2015 startet vor Sylt das Projekt Sandbank zusammen mit Vattenfall. Kurz vor der Einweihung steht hingegen das 600 Mio.-Euro-Investment Gwynt y Mor (Bild) in der Irischen See. Partner im zweitgrößten Windpark der Welt ist RWE. Zudem sind die SWM am Solarthermie-Kraftwerk Andasol in Südspanien beteiligt.

David Costanzo

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