Nach Absage der Stadt

Allianz Arena: Lokalpolitiker fordern Anwohner-Schutz

Die Freimanner kritisieren die Entscheidung der Stadt, die Park-Wapperl-Pläne des FC Bayern nicht weiter verfolgen zu wollen. 

Dem Park-Chaos rund um den Kieferngarten an Spieltagen des FC Bayern ist nur mit einer „großen Lösung“ beizukommen, findet die Mehrheit der Freimanner Lokalpolitiker. Die Absage der Stadt an die Wapperl-Plänen des Vereins sorgen für Verstimmung. Eigentlich sollte ein Runder Tisch die Diskussion um das Parkchaos am Kieferngarten beenden. Geklappt hat dies nicht.

Wie berichtet, trafen sich am Dienstag Mitglieder der Stadtverwaltung, der Allianz-Arena, der Polizei und des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, um über das Problem im Viertel zu sprechen: Bei Spielen des FC Bayern leiden die Bewohner der eigentlich ruhigen Siedlungen rund um die U-Bahnstation Kieferngarten. Denn viele Fußballfans nutzen die Gegend als kostenfreies Freiluftparkhaus. Der FC Bayern schlug deshalb ein Anwohnerschutzkonzept vor: An Spieltagen sollten die Zufahrten zu den betroffenen Siedlungen nur noch für Anwohner mit einem speziellen Wapperl am Auto möglich sein. Private Sicherheitskräfte sollten darüber wachen.

Der Bezirksausschuss und die Kieferngartler begrüßen diese Lösung sehr. Umso größer ist die Enttäuschung, seit die Stadt beim dem Treffen am Dienstag der Idee einen Korb gab: „München lehnt das Konzept wegen rechtlicher Bedenken ab“, teilte der BA-Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD) dem Gremium in dessen Sitzung am Dienstagabend nach dem Runden Tisch mit. Das Problem: Straßensperrungen sind hoheitliche Aufgaben. Diese an einen privaten Sicherheitsdienst zu übertragen, wie es im Konzept vorgesehen ist, könnte rechtlich anfechtbar sein. Gelten lassen wollen diese Bedenken aber weder die Mehrheit der BA-Mitglieder, noch die zahlreich zur Sitzung gekommenen Anwohner.

Besonders oft verweisen kritische Stimmen nun auf die Stadt Köln. Dort gibt es ein ähnliches Konzept am „Rhein-Energie Stadion“ bereits seit 2005. „Alle Probleme, die die Stadt München sieht, sind in Köln seit zwölf Jahren lösbar“, sagt Lederer-Piloty. Der Grünen-Abgeordnete Ekkehard Pascoe, Vorsitzender des Unterausschusses Verkehr, zeigte dagegen zumindest im Ansatz Verständnis: „Köln bewegt sich in einem Graubereich, in München hat man Angst vor einer möglichen Klage.“

Auch die von der Stadt vorgeschlagenen Ersatzmaßnahmen, wie die Ausweitung von Haltverboten und das Anbringen von Bügeln vor Grünflächen, rufen nur bedingt Begeisterung hervor. Das eigentliche Problem sei der Parksuchverkehr, merkte eine Anwohnerin an. Parkverbote würden da nichts ändern und auch die Anwohner selber treffen. Außerdem hätten bereits bestehende Parkverbote nur wenig bewirkt, um falschparkende Fußballfans abzuschrecken.

Der BA sieht das ähnlich. Auch gibt es Bedenken, ob ein Annehmen der städtischen Kompromissvorschläge nicht dazu führen könnte, dass die Stadt das Problem als erledigt betrachtet. Letztendlich einigte sich das Gremium darauf, sich um eine rechtliche Prüfung des Anwohnerschutzkonzeptes zu bemühen. Da eine solche verbindliche Klärung allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wurde dann doch auch beschlossen, Sofortmaßnahmen wie Parkbügel und Halteverbote trotz Bedenken zu befürworten. „Lasst uns die kleinen Lösungen als niedrighängende Früchte sofort pflücken und gleichzeitig die große Lösung vorantreiben“, sagte Pascoe. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Welche Maßnahmen dies konkret sein werden, soll laut einem KVR-Sprecher nun „bei einem gemeinsamen Termin gesondert ermittelt werden“. 

Annika Schall

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