Urteil gegen Schläger gefallen

Andreas (20) nach Disco-Attacke fast erblindet

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Daniel E. (22, l.) legte ein Geständnis ab. Seinem Opfer muss er 5000 Euro zahlen, aber auch zukünftige Behandlungskosten. Durch die Attacke erlitt Andreas K. (20) Schnittwunden an Nase, Stirn und Auge.

München - Diesen Disco-Abend wird Andreas K. (20) nie vergessen – denn er kostete ihn fast sein Augenlicht! Dabei wollte er nur helfen…

Am 21. März geht der Einzelhandelskaufmann mit Freunden im VIP-Club in Freimann feiern. Gegen Mitternacht tanzt sein Spezl ein Mädel an, was deren Freunde aber gar nicht gerne sehen. Plötzlich kommt es zu einem Gerangel auf der Tanzfläche, der Spezl mittendrin. „Ich wollte ihn wegziehen, um ihn zu schützen“, sagt Andreas K. „Da flog mir ein Glas ins Gesicht. Es ging blitzschnell.“ Glassplitter dringen in sein Auge ein, verletzen auch Stirn und Nase. „Ich blutete stark und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten“, sagt er. Per Notarzt muss er in die Klinik. „Dort wurde ich gleich operiert und war danach noch sechs Wochen lang krankgeschrieben. Die Ärzte sagen, ich werde auf meinem rechten Auge vielleicht nie wieder vollständig sehen können.“

Schuld daran ist Daniel E. (22)! Er ist der Disco-Schläger, der nach der Attacke zunächst flüchtet. Zehn Tage später stellt er sich der Polizei, die per Haftbefehl nach ihm sucht. Gestern der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung am Amtsgericht: Dort legt Daniel E. ein Geständnis ab und sagt kleinlaut: „Es tut mir sehr leid.“

Die Disco VIP-munich Club in Freimann: Hier ereignete sich die brutale Glas-Attacke am 21. März.

„Ich hatte den Eindruck, dass ich angegriffen wurde“, rechtfertigt er sich. „Deshalb habe ich einmal zugeschlagen und hatte dabei mein Cocktail-Glas noch in der Hand.“ Die Glas-Attacke: Sie geschah aus einem Reflex heraus, argumentiert Verteidiger Peter Witting. „Es war ein schreckliches Geschehen aus einem nichtigen Anlass heraus“, bewertet er den Fall. Zur Tatzeit sei Daniel E. „stark alkoholisiert“ gewesen. Er trank zu viel Whiskey und Wodka. Dass er sich in diesem Zustand prügelt: keine Seltenheit. Denn E. ist dreifach vorbestraft. In der U-Haft hat er sich den Anonymen Alkoholikern angeschlossen und wurde zum dritten Mal Vater.

Währenddessen kämpft Andreas K. um seine Gesundheit. „Ich habe meine Linse und die Iris verloren. Mir wurde auch eine neue Hornhaut eingesetzt. Momentan sehe ich nur Umrisse und keine Farben.“ Mehr als die Hälfte seiner Sehfähigkeit werden die Ärzte wohl nicht mehr herstellen können. „Mir stehen noch drei Operationen bevor“, sagt K.

Daniel E. entschuldigte sich am Donnerstag per Handschlag. Er zahlt 5000 Euro Schmerzensgeld an K., muss aber auch dessen kommende Behandlungskosten übernehmen. Richter Kai Dingerdissen verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

A. Thieme

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