Verkehrschaos am Spieltag

Anwohner-Aufstand gegen die Arena-Parker

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Die Anwohner am Kieferngarten blockierten die Straße.

München - Zugeparkte Fußwege, versperrte Einfahrten, blockierte Privatparkplätze: Wenn der FC Bayern in der Allianz Arena spielt, verwandelt sich der Kieferngarten in einen einzigen Parkplatz für Fans.

Den Anwohnern reicht’s jetzt. Am Samstagabend blockierten 40 Menschen den Zirbelweg und den Schlößlanger, um die Bayern-Anhänger nach dem Spiel gegen Leverkusen an der Heimfahrt zu hindern. Aufstand gegen die Arena-Parker!

ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff stand mit einem Fußballtor mitten auf der Straße. Auch er wohnt am Kieferngarten. „Die Bewohner sind sauer. Jedes zweite Wochenende kreisen ab Mittag die Autos auf der Suche nach Parkplätzen. Manche Fans werfen Müll in die Vorgärten oder pinkeln an Zäune“, sagt er.

"Es ist nicht verboten, dort zu parken"

Hunderte Bayern-Fans fahren durch das Wohngebiet .

Nicht nur Münchner haben das Gebiet als günstige Alternative zum Arena-Parkhaus entdeckt. „Man sieht immer mehr Autos aus den umliegenden Landkreisen und sogar aus Österreich“, sagt der Vorsitzende der Mietergemeinschaft Burmester-Bauernfeindstraße, Franz Obst. Vom Kieferngarten laufen die Fußballfans 30 Minuten zum Stadion. Dafür sparen sie sich das Verkehrschaos im Parkhaus, das oft wesentlich mehr Zeit verschlingt – und die Parkgebühr von zehn Euro. Die Polizei schreibt Falschparker zwar auf, kann aber nicht viel ausrichten. „Es ist nicht verboten, dort zu parken. Wir können nur abschleppen oder Bußgelder verhängen, wenn Kreuzungen, Fußwege oder Einfahrten blockiert werden“, erklärt ein Sprecher. Stellen die Bayern-Fans ihr Auto auf private Stellplätze, kann die Polizei nicht eingreifen. Die Anwohner ärgern sich aber über zu niedrige Bußgelder. „Auf vielen Strafzetteln stehen zehn Euro. Das bringt überhaupt nichts“, sagt Ruff.

Bei der Demo gab es einen Zwischenfall: Ein Anwohner, der die Straße blockierte, wurde von einem Auto mit Schrittgeschwindigkeit angefahren und leicht verletzt. Für seine Nachbarn ist der Unfall ein Beweis mehr für die Rücksichtslosigkeit der Bayern-Fans.

Bea

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