tz auf Stimmenfang

Aus für den Tunnel unterm Englischen Garten? Das sagen Politiker

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Bürgermeister Josef Schmid (links, CSU) und Münchens OB Dieter Reiter (SPD).

München - Aus für den Tunnel unterm Englischen Garten: Das sagen Münchens Stadtpolitiker.

Kein Geld für den Garten – war’s das jetzt für den Tunnel? Diese Frage hat gestern die Politik beschäftigt – und abfinden mit dem endgültigen Ende will sich kaum jemand! Wie die tz exklusiv berichtete, hat Staatsminister Marcel Huber (CSU) mitgeteilt, dass man nur bereit sei, sich an einer Einfädelspur und der Oberflächengestaltung zu beteiligen. „Weitergehende Überlegungen für eine finanzielle Beteiligung des Freistaats bestehen derzeit nicht“, so Huber. Für eine Förderung sei nachzuweisen, dass der Tunnel zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse erforderlich und wirtschaftlich ist. Dies habe die Stadt bereits selbst eher verneint! Vorrangig ziele das Projekt nicht auf die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse ab, sondern auf die Wiedervereinigung des Englischen Gartens. Denn die Straßen teilen den Park bislang. Ein Tunnel könnte oben bepflanzt werden. Der Lückenschluss! Unterirdisch hätte die Straße auf einer Länge von einem Kilometer zwischen Iffland- und Dietlindenstraße sechsspurig verlaufen sollen. Die Bauzeit hätte vier Jahre betragen, bei Kosten zwischen 120 bis 150 Millionen Euro. OB Dieter Reiter hat nun auch von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erfahren: Der Bund zahlt ebenfalls nichts – das Aus für den Tunnel? Die tz hat sich auf Stimmenfang begeben. 

  • (K)ein grünes Herz: „Wenn man schon vom großen, zusammenhängenden grünen Herz Münchens spricht, dann müsste in letzter Konsequenz diese Lücke geschlossen werden. Ich bin überrascht von dieser Entwicklung!“ Bürgermeister Josef Schmid (CSU)
  • Auf Eis gelegt: „Die Idee ist nach wie vor charmant. Aber die Stadt wird das nicht allein finanzieren. Nachdem auch Bundesverkehrsminister Dobrindt auf meine Nachfrage eine finanzielle Beteiligung ausgeschlossen hat, ist das Projekt erstmal auf Eis gelegt.“ OB Dieter Reiter (SPD)
  • Nicht allein bezahlen: „Das Projekt ist sehr attraktiv. Es geht ja nicht darum, den Verkehrsfluss zu verbessern, sondern auch um mehr Grün in der Stadt. Ich kann mir aber angesichts der Haushaltssituation nicht vorstellen, dass die Stadt das alleine bezahlen wird.“ Florian Roth (Grüne)
  • Keine Chance: „Der Freistaat könnte als Eigentümer des Englischen Gartens ja auch sagen: Das ist mir der Park wert, dass man die Straße rausnimmt. Aber das ist offenbar nicht der Fall. Aktuell sehe ich daher keine Realisierungschance.“ Alexander Reissl (SPD)
  • Aufgeben verfrüht: „Ich halte es für verfrüht, das Projekt zu begraben. Ich sehe durchaus noch Möglichkeiten. Wir wissen ja nicht, wie viel Geld von privater Seite kommt. Die Stadt muss die Pläne konkret vorantreiben. Dann können Mittel generiert werden.“ Michael Mattar (FDP)
  • Enorme Zustimmung: „Es hat immer schon Rückschläge gegeben. Wir werden die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. Das Projekt hat eine enorme Zustimmung bei den Bürgern erfahren. Zudem steht noch Gespräch mit dem Innenminister an.“ Hermann Grub, Petra Lejeune (Initiatoren)

Sascha Karowski

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