Sie schnuppern in Handwerksberufe

Bayernkaserne: Flüchtlinge haben jetzt eine Lernwerkstatt

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Begeistert von der Elektrik: Simon aus Mali und Mustafa aus Nigeria.

München - Sie sollen verschiedene Handwerksberufe sechs Wochen lang kennenlernen: In der Bayernkaserne gibt es jetzt eine Lernwerkstatt für junge Flüchtlinge.

Er kam als Flüchtling aus dem Kosovo nach München. Heute hat Burim Hazrolli (33) eine Baufirma - und möchte selbst Flüchtlingen helfen. Zusammen mit elf weiteren Gründungsmitgliedern hat er eine Lernwerkstatt für junge Flüchtlinge in der Bayernkaserne ins Leben gerufen.

Burim Hazrolli hilft Flüchtlingen in der Bayernkaserne.

Gestern war es so weit: Die Halle wurde eröffnet. Bei dem Projekt können sich 24 Flüchtlinge sechs Wochen Grundkenntnisse in Handwerkszweigen aneignen. Mit dabei sind vier Innungen: Maler, Sanitär, Elektrotechnik und Trockenbau.

Das Programm richtet sich an junge Flüchtlinge, die weitgehend ohne Familie hierher gekommen sind. Etwas über 3500 unbegleitete Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt, sagte die Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl bei der Eröffnung. „Vielleicht interessiert sich so manch einer danach für eine Ausbildung im Handwerk.“

Dort werden Kräfte dringend gebraucht. „Wir konnten in letzter Zeit viele Stellen nicht besetzen“, sagt Handwerkskammer-Präsident Georg Schlagbauer. Kosten des Programms: 140.000 Euro für sieben Kurse im Jahr, also pro Flüchtling knapp 1000 Euro. Die bestreitet der Verein aus Sponsorengeldern und Mitgliedsbeiträgen.

„Wir würden uns freuen, wenn sich auch die Handwerkskammer beteiligt“, so Hans-Ulrich Möbius vom Verein. Die Ausbilder sind Handwerker in Rente, pensionierten Berufsschullehrer und Azubis im dritten Lehrjahr. Dafür werden dringend noch Ehrenamtliche gesucht unter Tel. 0176 / 14 20 79 04.

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