Sein Maskottchen wartete im Auto

Bombe in Schwabing: Er zog den Zünder

+
Sprengmeister Martin Tietjen mit der entschärften Fliegerbombe.

München - Sieben Stunden lang legte eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Dienstag halb Schwabing lahm. Martin Tietjen zog den Zünder.

Sieben Stunden lang legte das Luder am Dienstag halb Schwabing lahm. In nur 20 Minuten machten die Sprengmeister Martin Tietjen und Martin Radons der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg dann am Dienstagabend um 20.38 Uhr den Garaus – und in Schwabing kehrte wieder Frieden ein (tz berichtete).

Die genau 112,5 Kilo schwere Bombe lag in etwa 1,50 Meter Tiefe waagerecht im Erdreich der Baustelle in der Tristan-/Ecke König-Marke-Straße nahe des Schwabinger Krankenhauses. „Typisch für eine Bombe in München“, sagt Martin Tietjen. Wegen des Kiesgrundes im Stadtgebiet drangen die Bomben nicht tiefer ein – „es sei denn, sie sind mal bei Bauarbeiten in tiefere Gruben verschoben worden.“ 500 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter waren in den nächsten Stunden damit beschäftigt, 2000 Anwohner im Umfeld von 200 Metern aus der Gefahrenzone zu bringen. Für die Dauer der Entschärfung wurde auch die Leopoldstraße gesperrt. Dann drehten die Sprengmeister den rostigen Zünder heraus.

Schutzkleidung tragen Sprengmeister übrigens nie – weil es im Falle einer Detonation einfach keinen Schutz mehr gibt. Sprengmeister können die Risiken aber sehr genau einschätzen und würden eine Bombe aus sicherer Entfernung sprengen, wenn eine Entschärfung zu gefährlich wäre.

Martin Tietjens persönliches Maskottchen Lotte – ein sehr kluges, erst sieben Monate altes Jack-Russell-Terrier-Mädchen – musste solange im Auto warten. Lotte begleitet ihr Herrchen überallhin und war mit ihm zusammen sogar schon auf der Zugspitze – zur Entschärfung zweier Panzerfäuste.

Bombe in Schwabing: So reagieren die Anwohner

Dorita Plange

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare