Zu großer Andrang

Chaos am Flüchtlingsheim: OB ruft Katastrophenfall aus

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Das Flüchtlingsheim in der Maria-Probst-Straße war dem Andrang der Menschen nicht mehr gewachsen.

München - Vor dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge an der Maria-Probst-Straße spielten sich bis in den Donnerstagabend hinein dramatische Szenen ab. Über 100 ausgezehrte Flüchtlinge baten um Einlass, die Einrichtung war aber dicht.

Die Flüchtlinge, darunter rund 30 Kinder, mussten stundenlang ohne Essen und Trinken in der Sonne ausharren. OB Dieter Reiter rief nach einem Bericht des Münchner Merkur den Katastrophenfall aus. „Vor allem die Kinder waren von den Strapazen der Flucht gezeichnet, wie Zombies hingen sie rum“, berichtete eine Augenzeugin. Und weiter: „Die Erwachsenen lagen zum Teil auf dem Boden unter Büschen, um sich vor der Sonne zu schützen. Essen, Getränke, eine Sitzgelegenheit, eine Toilette – das alles gab es nicht. Manche hatten seit drei Tagen nicht geschlafen.“

Die Regierung von Oberbayern, dies bestätigte Sprecherin Simone Hilgers gegenüber dem Münchner Merkur, hatte die Einrichtung wegen des großen Andrangs geschlossen: Über 700 Flüchtlinge drängten allein am Donnerstag in das Zentrum. Sicherheitskräfte achteten darauf, dass keiner der Flüchtlinge mehr das Gebäude betrat. Eine Betreuung außerhalb der Einrichtung gab es nicht. Am Donnerstagabend stand noch nicht fest, ob die Wartenden die Nacht im Freien verbringen mussten. „Wir haben Zelte organisiert“, sagte Simone Hilgers, „jetzt kümmern wir uns um die Versorgung der Menschen.“

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