Nach seinem Tod

Wer erbt Gurlitts Kunstsammlung?

München - Mit dem Tod von Cornelius Gurlitt ist der Krimi um seinen Millionenschatz nicht vorbei. Ganz im Gegenteil: Nun beginnt das Rätselraten um die Zukunft seiner Kunstsammlung. Wer erbt die Bilder?

Nach dem Tod des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt könnte seine wertvolle Kunstsammlung ins Ausland gehen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des NDR soll Gurlitt seine millionenschwere Bildersammlung in seinem Testament einer Kunstinstitution im Ausland vermacht haben. Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger wollte das am Mittwoch nicht kommentieren.

„Ich kann nur bestätigen, dass Herr Gurlitt kurz vor seiner schweren Herzoperation einen Notar-Termin hatte“, betonte Holzinger. „Zu weiteren Details kann ich mich nicht äußern.“ Cornelius Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, war am Dienstagvormittag im Alter von 81 Jahren in seiner Münchner Wohnung gestorben. Er war seit Monaten schwer krank.

Sowohl Holzinger als auch das bayerische Justizministerium betonten, dass die Anfang April getroffene Vereinbarung zwischen Gurlitt und dem Staat auch für die Erben Gültigkeit besitzt - auch wenn das nicht explizit im Vertrag stehe.

Gurlitt hatte der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern vertraglich zugesichert, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen. Unter Nazi-Raubkunstverdacht stehende Werke werde er gegebenenfalls zurückgeben.

Wer sind Gurlitts Angehörige?

„Die Vereinbarung zwischen Herrn Gurlitt, dem Freistaat Bayern und dem Bund enthält keine genuin erbrechtliche Vereinbarung“, sagte Holzinger. „Es ist jedoch anzunehmen, dass potenzielle Erben von dieser Vereinbarung gebunden sind, weil sie dem ausdrücklichen Willen von Herrn Gurlitt entsprach.“ Es bedürfe jedoch einer näheren erbrechtlichen Überprüfung durch das Gericht oder die potenziellen Erben.

Nach dem Tod seiner Schwester Benita hatte der kinderlose und als menschenscheu geltende Gurlitt nur noch entfernte Verwandte. Dazu gehören ein entfernter Cousin in Spanien und sein Schwager, der in der Nähe von Stuttgart lebt. Nach Angaben von Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht, haben entfernte Verwandte keinen Anspruch auf einen Pflichtteil.

Gurlitts Bilder lagern an einem geheimen Ort. Wie es mit der millionenschweren Sammlung aus seiner Münchner Wohnung und seinem Salzburger Haus, die Bilder von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde umfasst, genau weitergeht, war einen Tag nach Gurlitts Tod zunächst unklar.

dpa

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