Schwabinger Kunstfund

Cornelius Gurlitt ein Fall für den Landtag

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Gemälde auf einem Ermittlungsrechner

München - Der Fall Gurlitt erreicht das Parlament: Am Mittwoch beschäftigt sich der Kunstausschuss des bayerischen Landtags erstmals mit dem Bilderfund, der die Kunstwelt seit Wochen in Atem hält.

Bayerns Justizminister Winfried Bausback und Kunstminister Ludwig Spaenle (beide CSU), der Augsburger Staatsanwalt Reinhard Nemetz und die Leiterin der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“, Ingeborg Berggreen-Merkel, wollen Rede und Antwort stehen. Sie werden sich auch die Frage stellen lassen müssen, warum die Spitzen der beiden Ministerien nicht über den Sensationsfund im Frühjahr 2012 in der Wohnung des Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt unterrichtet wurden. Damals waren die heutigen Minister allerdings noch nicht im Amt. Ihre Vorgänger gaben aber an, von nichts gewusst zu haben.

Bausback hat inzwischen eine „Lex Gurlitt“ ins Spiel gebracht. Besitzer von im Nationalsozialismus geraubter Kunst sollen demnach nicht mehr in jedem Fall geltend machen können, dass Herausgabeansprüche früherer Eigentümer nach deutschem Recht nach 30 Jahren verjährt sind. Das Gesetz solle rückwirkend gelten, also auch für den Fall Gurlitt. Die noch amtierende Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei NS-Raubkunst allerdings kritisch.

Die Landtags-Opposition wirft den Behörden im Umgang mit dem Bilderfund Versagen vor. Die Münchner SPD-Abgeordnete Isabell Zacharias sprach von einer „Blamage für Bayern“ und sagte: „Es ist ein Skandal, wie mit diesem Sensationsfund umgegangen wird.“ Der Grünen-Abgeordnete Sepp Dürr kritisierte: „Die lange Untätigkeit hat mit dazu beigetragen, dass die Sicherheit der Bilder, die nun zurückgegeben werden sollen, mit großem Aufwand geschützt werden muss.“

Steuerfahnder und Staatsanwälte hatten die Werke - Ermittler hatten 1406 gezählt, Kunstexperten nur 1280, weil sie Werkkomplexe zusammenfassten - im Frühjahr 2012 in Gurlitts Münchner Wohnung beschlagnahmt, darunter viele Werke der klassischen Moderne.

tz

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