250-Kilogramm-Blindgänger in Schwabing

Darum stand die Bomben-Entschärfung unter Aufsicht von ganz oben

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Erzpriester Apostolos Malamoussis segnete Sprengmeister Roger Flakowski vor dessen Einsatz.

München - 4500 Schwabinger mussten am Samstag ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Eine Fliegerbombe in der Ungererstraße wurde entschärft. Sogar ein Priester war vor Ort.

Nach 50 Minuten war es geschafft - und die 250 Kilogramm schwere US-Weltkriegs-Bombe entschärft. Der Münchner Norden atmete auf, als am Samstagmittag das normale Leben in der Ungererstraße (Schwabing) wieder weitergehen konnte... 

Zuvor hatten schon in aller Früh rund 4500 Menschen ihre Häuser und Wohnungen in einem etwa 500 Meter breiten Sperrradius rund um die Fundstelle gegenüber des Nordfriedhof-Haupteingangs verlassen müssen. Die Entschärfung dauerte dann länger als gedacht. Denn: Der Doppelzünder des Blindgängers war beschädigt, sagt Feuerwehrsprecher Stefan Kießkalt. 

700 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und THW koordinierten den Einsatz, der die halbe Stadt in Atem hielt. Die A9 war - wie der Mittlere Ring - am Mittag für eine Stunde in Teilen gesperrt worden, die MVG fuhr die Halte Alte Heide und Nordfriedhof ab 9 Uhr nicht mehr an. Was Anwohner sagen und warum sogar ein Prieser vor Ort war, lesen Sie hier:

- Unter Aufsicht von ganz oben stand die Bomben-Entschärfung. Zwei Grundstücke von der Fundstelle entfernt befindet sich die griechisch-orthodoxe Gemeinde von Apostolos Malamoussis (69, Foto u.l.). Der Erzpriester segnete Sprengmeister Roger Flakowski  (r.) vor dessen Einsatz. „Ich habe ihm gesagt, dass ich vollstes Vertrauen habe in seine Fähigkeiten.“ Der 25. März ist in Griechenland ein nationaler Feiertag - die Feier dafür musste Malamoussis’ Gemeinde verschieben.

Baggerführer Tobias Schmuck (r.) fand die Bombe, die Sprengmeister Roger Flakowski (l.) und Martin Radons entschärften sie.

- Entdeckt hat die Bombe am Donnerstag Baggerführer Tobias Schmuck bei Bauarbeiten in der Ungererstraße 141. Er dachte erst, er habe ein Betonteil in seiner Schaufel, erzählt er. Als er merkte, was wirklich drin war, habe er kurz mal Angst bekommen... Bei der Entschärfung war Schmuck auch wieder dabei. 50 Minuten dauerte es, dann hatten die Sprengmeister Roger Flakowski und Martin Radons ihre Arbeit in einem roten Zelt der Feuerwehr erledigt. Aufatmen! 

- Rettungsdienstler halfen 23 gehandicapten Anwohnern beim Verlassen ihrer Wohnung. Insgesamt mussten 4500 Menschen aus ihren Häusern. Alfred Knauseder (63) war einer von ihnen. Seit seiner Geburt lebt er in der Echinger Straße, nicht weit von der Bombenfundstelle.

Rettungsdienstler brachten Anwohner Alfred Knauseder in Sicherheit.

So etwas habe er in all der Zeit nicht erlebt, erzählt er. Er lobt die Arbeit der Einsatzkräfte: „Da hat sich nichts gefehlt.“ Im Willi-Graf-Gymnasium und im Berufsschulzentrum an der Riesstraße gab es Verpflegung für Evakuierte. Im Endeffekt sei die ganze Aufregung umsonst gewesen, meint Knauseder. „Zum Glück verlief ja alles glimpflich.“

- Sogar die A9 musste kurz vor der Entschärfung der Bombe zwischen dem Autobahnende in Schwabing und der Anschlussstelle Frankfurter Ring gesperrt werden. Auf dem Mittleren Ring ging zwischen Leopoldstraße und Dietlindenstraße zeitweise gar nichts. Und die MVG fuhr die U-Bahnhöfe Alte Heide und Nordfriedhof ab 9 Uhr nicht mehr an.

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