Hofmann: "... dann werde ich rausgehen müssen"

Es droht das Ende der Lach- und Schießgesellschaft

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Till Hofmann (r.) soll für die Lach & Schieß 1000 Euro mehr Miete zahlen.

München - Ist das das Ende der Lach- und Schießgesellschaft in Schwabing? Die Miete soll erhöht werden – und zwar um rund 1000 Euro monatlich, wie Till Hofmann sagt.

In diesem Fall sollte Till Hofmann (44) eher Till Hoffmann heißen. Mit zwei f. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt, und noch hofft der Kultur-Impresario auf eine Einigung mit den Besitzern der Räume, in denen die berühmteste (wenn auch kleine) Kabarettbühne der Stadt seit fast 60 Jahren ihre ruhmreiche Heimat hat: die Lach- und Schießgesellschaft in der Schwabinger Ursulastraße (wir berichteten). Nähere Zahlen zur Paukenschlag-Meldung am Freitag und ein Statement der Vermieter lesen Sie hier.

Die Miete soll erhöht werden – und zwar um rund 1000 Euro monatlich, sagt Hofmann. Folge: „Der Laden, bei dem ich ohnehin keinen Gewinn mache – er deckt ausschließlich die Kosten für die auftretenden Künstler und das Personal – würde rote Zahlen schreiben. Gewinne sind nicht drin, seit die ARD den Scheibenwischer nicht mehr von hier sendet. Falls ich mich mit den Vermietern nicht einigen kann, dann werde ich rausgehen müssen.“

Derzeit löhnt Hofmann 4500 Euro monatlich – für von ihm geschätzte 220 Quadratmeter, in denen Saal, Küche, Büro, Lagerräume, Windfang und Garderobe enthalten sind. Für die extra gemietete Galerie zahlt Hofmann ebenso ­Extra-Miete wie für die Künstlerwohnung im ersten Stock: „Ich habe das Gefühl, ich finanziere mit dem Erdgeschoss das ganze Haus. Aber ich bin natürlich nach wie vor an einer Einigung mit den Vermietern interessiert“, betont er.

Die Gegenseite zeigte sich gestern über Hofmanns Vorstoß in der Presse nicht begeistert: „Die Art und Weise, wie der Geschäftsführer der Lach & Schieß Druck auszuüben versucht, um eine legitime und moderate Anpassung der Miete abzuwenden, ist nicht fair“, schreibt Angelika Remmel von der Hausverwaltung der tz. Und weiter: „Es ist für Privatpersonen (…) nicht einzusehen, die Kultur in Schwabing dauerhaft zu sponsorn.“ Die Miete läge 30 Prozent unter dem derzeitigen Schwabinger Marktpreis. „Herr Hofmann weiß sehr gut, wie hoch der eigentliche Quadratmeterpreis in dieser Gegend ist“, schreibt Hausverwalterin Remmel.

Als Hofmann 2001 den Laden übernahm, steckten er und die Brauerei, der die Räume damals gehörten, 340 000 DM – über zwei Drittel davon Hofmann – in die Renovierung. Die erste Euromiete betrug 2360 Euro, sagt Hofmann. Also rund die Hälfte der derzeitigen 4500 Euro. „Ich soll jetzt 1000 Euro mehr Miete im Monat zahlen. Das ist einfach nicht drin. Aber ich will doch nicht aus einem Haus, das im kommenden Jahr hier 60-Jähriges feiert. Der Laden ist nicht nur eine Bühne, sondern eine Adresse! Die Lach & Schieß lebt, fetzt und macht Spaß.“ Nur: Wie lange noch?

Matthias Bieber

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