Debatte um Regenbogenfarben

Geheimplan für Deutschland-Spiel in München? Stadion-Aufruf schlägt im Netz sofort hohe Wellen

Die Allianz Arena darf am Mittwoch nicht in Regenbogenfarben erstrahlen. In München soll es dennoch richtig bunt zugehen - laut eines viel beachteten Tweets auch im Stadion.

München - Am Mittwochabend (21 Uhr) kämpfen Deutschland und Ungarn in der Münchner Allianz Arena um den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-EM 2021*. Der sportliche Wettstreit ist im Vorfeld beinahe zur Randnotiz verkommen. Gestritten wurde vor allem über Farben.

Einen Antrag von Münchens* Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), die Münchner Arena während des Spiels der Löw-Elf in Regenbogenfarben zu erleuchten, hatte die Europäische Fußball-Union UEFA abgelehnt. Die Regenbogenfahne steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Hintergrund des beabsichtigten Protests ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban, der seinen München-Besuch im Zuge der Debatte nun abgesagt hat.

EM 2021: Diskussion um Regenbogenfarben bei Deutschland-Spiel - Aufruf schlägt hohe Wellen

OB Reiter hatte das UEFA-Verbot in der Folge als „beschämend“ bezeichnend, zahlreiche Politiker pflichteten ihm bei. Die Menschrechtsorganisation Amnesty International kündigte an, sie wolle in Zusammenarbeit mit Christopher Street Day Deutschland 10.000 Regenbogen-Fahnen am Stadion verteilen. Für großes Aufsehen im Netz sorgte auch ein „Geheimplan“ für die Zuschauer in der Münchner Arena.

Twitter-User Kevin Albrecht hatte mit seinem Vorschlag innerhalb weniger Stunden Tausende Likes (zehn Stunden vor Anpfiff des Spiels waren es deutlich über 35.000) gesammelt. Sein Plan für ein buntes Stadion:

Unter Albrechts „Regenbogen-Vision“ sammelten sich viele begeisterte Kommentare: „Das finde ich eine sehr coole Idee und ein super Statement. Wir leben schließlich nicht mehr im Mittelalter.“ Oder: „Das wäre der Brüller! Machen, dafür kommt ihr auch ins Fernsehen!“

München: Nach Verbot für Regenbogen-Arena - OB Reiter wird kreativ

Vereinzelt waren jedoch auch kritische Stimmen zu lesen. „Die Fußballfans sind keine elitären Akademiker, die sich für die Belange der Regenbogen-Bewegung interessieren“, merkte ein Twitter-User an.

Ob sich die Stadion-Besucher abends nun in buntes Gewand werfen, oder nicht: „Wir werden uns in München nicht davon abhalten lassen, ein deutliches Zeichen in Richtung Ungarn zu senden“, gab sich OB Reiter kämpferisch. In München sind gleich mehrere Aktionen geplant. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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