„Es ist kein schöner Anblick“ 

Englischer Garten voller Müll: Münchner schockiert - Parkchef appelliert an Party-Leute

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Die jungen Feiernden hinterlassen im Englischen Garten jede Menge Müll.

Manch Jugendlichen juckt es nicht, einen unserer Leser aber schon: der zugemüllte Englische Garten. Wir haben uns mit der zuständigen Verwaltung über Lösungen unterhalten. 

München - „Das schöne Wetter hat nicht nur seine schönen Seiten. Jedes Mal, wenn man am Tag darauf in der Früh durch den Englischen Garten fährt, ist die Wiese voller Müll von den Party-Leuten am Tag davor“, schrieb uns ein schockierter Leser. Ein Grund für uns, bei der Verwaltung des Englischen Gartens München nachzuhaken, was gegen die Müllberge getan wird. 

Feiernde Jugendliche hinterlassen den meisten Müll im englischen Gartebn

Mit rund 384 Hektar ist der Englische Garten eine der größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt. Viel Grün das genutzt, aber auch beschmutzt werden kann. Seit zwanzig Jahren ist Thomas Köster der Parkchef. „Jetzt geht es gerade wieder los, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zieht es wieder zum Party machen in den Englischen Garten.“ Da bleibt viel Müll: „Bierflaschen, Papier und anderer Müll liegen überall auf der Wiese verstreut. Deswegen fangen Mitarbeiter der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung teilweise schon um fünf Uhr morgens mit dem Saubermachen an, sonst kommen sie gar nicht mehr durch“, sagt Köster.

Lesen Sie auch: Tram durch Englischen Garten: Jetzt soll sie ein Bürgerbegehren doch noch stoppen

Das sind die Maßnahmen 2018

Früher gab es am Wochenende keinen Müllsammeldienst. Jetzt wird auch immer Samstag und Sonntag gearbeitet. „Außerdem haben wir personell aufgestockt. Ich bin sehr froh, dass der Freistaat Bayern erkannt hat, dass was getan werden muss und uns den Etat für Saisonarbeiter genehmigt hat“, erklärt Köster weiter. Dafür werden vier Mitarbeiter mehr nur für den südlichen Parkbereich - die „Partymeile“ - eingesetzt. „Für diese Art von Verschmutzung langt das Personal nicht. Die Leute müssen auch erkennen, dass sie etwas tun müssen.“ 

Man brauche sehr viele Mitarbeiter, die jeden Zentimeter der Wiese nach Unrat absuchen. „Ein Problem ist, dass wir über die ganze Wiese laufen müssen, weil alles verteilt auf den Grünflächen liegt. Das kostet viel Zeit.“ Es wurde auch geprüft, Maschinen zu verwenden: „Weil viele kaputte Glasflaschen auf den Rasenflächen liegen, ist es nicht möglich, maschinell zu arbeiten. Das würde den Rasen zerstören.“ 

Park-Chef appelliert: „Helft den Flaschensammlern - das hilft auch uns“

Köster fordert alle auf: „Legt Flaschen und anderen Müll auf einen Haufen an die Mülltonnen. Auch wenn die voll sind. Die Flaschensammler freuen sich und wir haben nicht mehr so viel Arbeit. Helft den Flaschensammlern, das hilft auch uns.“ 

Bis zu 2000 Pfandflaschen würden im Park verstreut liegen. Köster: „Die Pfandflaschen-Sammler sind viel unterwegs, aber sie kommen gar nicht mehr hinterher.“  Es seien auch immer die gleichen Flaschen der gleichen Brauereien. „Vielleicht wäre es besser, wenn die Brauereien das Pfand erhöhen. Im Park liegt keine PET-Flasche, die sind 25 Cent wert, Bierflaschen haben nur acht Cent Pfand“.

Warum werden im Englischen Garten nicht mehr Mülleimer aufgestellt?

Auf Nachfrage unserer Redaktion, warum die Müllbehälter schnell voll seien und nicht mehr angeschafft werden, meinte der Park-Chef: „Im Englischen Garten sind circa 400 Mülleimer verteilt, 80 Prozent davon im Südteil. Es stehen auch Solarbetriebene Pressmülleimer neben den üblichen Behältern im Park, die das Sechsfache eines normalen Mülleimers erreichen.“ Der Müll wird in den Tonnen zusammen gedrückt. „Damit ist jetzt die Grenze erreicht“, sagt Köster. Schließlich solle der Park eine schöne Grünanlage bleiben und nicht von Mülleimern dominiert werden. 

Auch ein Hund hilft beim Müll sammeln.

Kommt die Müll-Polizei bei Verstößen?

Kommt denn eine Art Müll-Polizei bei Verstößen? „Ein klares Nein,“ spricht Köster. „Man kann hier feiern und genießen. Der Volkspark soll weiterhin ein Park für alle sein. Was wir aber super finden: Die Gemeindemitglieder haben sich seit 2011 in München regelmäßig engagiert und machen eine Ramadama-Aktion im Englischen Garten, bei der alle fleißig mithelfen, den Müll einzusammeln.“ 

Teilen Sie den Bericht auf Facebook als freundliche Erinnerung, damit niemand seinen Müll im Park liegen lässt:

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing - mein Viertel“

lom

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