Neun Tonnen Müll an einem Wochenende!

Englischer Garten: "Manche schalten ihr Gehirn aus"

Trauriger Rekord: Am vergangenen Wochenende mussten im Englischen Garten neun Tonnen Müll beseitigt werden.

München - Saubären-Alarm im Englischen Garten: Immer mehr Besucher lassen ihren Müll einfach liegen. Allein am Wochenende wurden rund neun Tonnen Müll eingesammelt - ein trauriger Rekord.

Was hilft eine grüne Lunge, wenn sie im Müll erstickt? Neun Tonnen Abfall an einem einzigen Wochenende! So viel wie an diesem Samstag und Sonntag haben die Arbeiter im Englischen Garten noch nie einsammeln müssen. Die Verantwortlichen schlagen Alarm und fordern die Politik auf: Tut was! Und Thomas Köster, Chef des Englischen Gartens, fragt: „Warum treten die Münchner ihren Volkspark so mit Füßen?“

Normalerweise suchen die Münchner im Englischen Garten Ruhe und Erholung. Das aber ist immer seltener möglich, da oft schon die Suche nach einem freien Fleckchen Rasen zur Odyssee wird. Pizzakartons, Flaschen und Tüten machen den Park zur Müllhalde.

Köster: „Dazu fällt mir nur ein Wort ein: traurig!“ Im Gespräch mit der tz redet er sich dann doch in Rage: „Die Hitze und die Riesenmengen an Alkohol führen offenbar dazu, dass manche ihr Gehirn ausschalten.“ Kösters Appell: Der Park ist für alle da. „Also müssen auch alle dafür die Verantwortung tragen! Nicht die Touristen, die Münchner verursachen den Müll!“

125 Tonnen Unrat beseitigte die Schlösserverwaltung im letzten Jahr. „1998 waren es 65 Tonnen. Und schon da dachte ich mir: Das kann doch nicht noch mehr werden“, so Köster. Ein großes Problem seien Glasflaschen. „Die vielen Pfandsammler entlasten uns hier schon ungemein.“ Trotzdem hätten Arbeiter am vergangenen Wochenende über 2000 Glasflaschen eingesammelt. „Das Pfand auf Glasflaschen ist zu niedrig! Die Sammler konzentrieren sich auf die Plastikflaschen“, sagt Köster.

Und teilt dann gegen die Politik aus. „Die großen Parteien – allen voran die Grünen – haben den Umweltschutz vergessen!“ Heute würden allerorten Bäume gepflanzt, das sei schön und gut. „Umweltschutz heißt aber auch, dass ich nach meinem Picknick alles wieder mitnehme!“ Eben jenes Thema müsste die Politik seiner Meinung nach stärker in die Öffentlichkeit rücken. Strenge Regeln und Verbote will Köster nicht einführen. „Respekt und Wertschätzung würden schon reichen.“ Lesen Sie hier: 16 Dinge, die Münchner nerven.

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

Tobias Scharnagl

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare