Streit um Anlieferungsflächen

Gerichtstermin auf alten Gelände der Schwabinger 7

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Der Neubau in der Feilitzschstraße.

München - An der Stelle, wo im Sommer 2012 die Schwabinger Bombe detonierte, steht heute ein schicker Neubau. Ruhe ist hier aber noch längst nicht eingekehrt.

Ein Feuerwalze färbte den Himmel über Schwabing. Im August 2012 wurde hier die 125-Kilo- Fliegerbombe gesprengt – und verwüstete das Viertel! Wo sich ein Krater auftat (und wo früher die Kult-Kneipe Schwabinger 7 – Schwasi – war), steht heute ein schicker Neubau. Ruhe ist hier aber noch längst nicht eingekehrt. Denn dem Eigentümer fehlen Anlieferungsflächen – „deshalb hat die Stadt uns die geplante Ladeneinheit im Erdgeschoss nicht genehmigt“, so ein Vertreter der GWIS Wohnbau, der Klage gegen die Landeshauptstadt einreichte. Am Montag der Prozess am Verwaltungsgericht!

Die Bombe riss einen tiefen Krater.

Vormittags um 11 Uhr sah sich Richterin Marion Pauli Gerz persönlich in der Feilitzschstraße um. Sie konnte sich überzeugen, dass es rings um den Neubau kaum Flächen zum Be- und Entladen gibt. Das Problem besteht auch bei Hausnummer 7 bis 9 – dort, wo vor zweieinhalb Jahren die Bombe hochging! Im Neubau plante der Eigentümer einen 400 Quadratmeter großen Biomarkt – täglich sollten hier 15 Rollcontainer entladen werden. Bisher steht dafür nur die Feuerwehr-Zufahrt zur Verfügung, die natürlich nicht zweckentfremdet werden darf. Zusätzlich besteht im Zuge eines Straßenumbaus Halteverbot vor dem Gebäude. „Schon vor einem halben Jahr wollten wir den Laden eröffnen“, beschwert sich der Eigentümer. Die Stadt sperrt sich aber wegen des Anlieferungs-Problems.

Die Richterin beim Augenscheintermin.

Im Prozess am Montag nahm eine mögliche Einigung Gestalt an: Der Eigentümer erklärte sich bereit, ausschließlich aus dem öffentlichen Verkehrsraum anzuliefern (also auf Parkplätzen) – obwohl er der Meinung ist, dass ihm auch eine eigene Lieferzone zusteht. Er erklärte auch, kein Lieferant werde auf oder vor der Feuerwehr-Zufahrt halten. Dennoch blieb die Stadt hart und beantragte, die Klage abzuweisen. Das Gericht schickt sein Urteil demnächst per Post.

Andreas Thieme

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