Häuser-Streit

Diesem Denkmal in Schwabing droht der Abriss

+
Der Eigentümer will das denkmalgeschützte Haus aufstocken - die Kindertagesstätte im Erdgeschoss befürchtet eine Luxus-Sanierung

Seit zweieinhalb Jahren schwelt der Streit: Ein Verein für ambulante Krankenpflege will ein Haus in der Clemensstraße  abreißen lassen, die Stadt will es erhalten. Ein Gericht muss entscheiden.

München -  Der eine Streit ist noch nicht geklärt, da hat der nächste schon begonnen. Während die Anwohner in Obergiesing noch immer mit dem illegalen Haus-Abriss in der Oberen Grasstraße zu kämpfen haben, beschäftigt ein ähnlicher Fall nun das Verwaltungsgericht. Dort klagt ein Schwabinger Verein und will den Abriss eines denkmalgeschützten Hauses in der Clemensstraße durchsetzen. Dieses Mal zum Glück auf dem Rechtsweg – und nicht wie in Giesing, wo sofort die Bagger rollten…

Aber auch dieser Fall ist brisant! Das zweistöckige Haus in der Clemensstraße 29 wurde 1890 erbaut. Im Erdgeschoss ist eine Kindertagesstätte, darüber liegen Wohnungen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz – so wie auch die umliegenden Häuser. Diese haben meist fünf Stockwerke.

„Wir wollen das Haus abreißen lassen“

Ähnlich plante auch der Verein für ambulante Krankenpflege in der Pfarrei St. Ursula, der das Haus in der Clemensstraße 29 aufstocken lassen wollte. Das allerdings war mit der Statik nicht vereinbar. „Wir wollen das Haus abreißen lassen, weil es nicht genügend standsicher ist“, sagt Gerd Henghuber, ehrenamtlicher Vorsitzender. Doch die Stadt will das Denkmal erhalten, weil es Teil des Ensembles ist.

Bereits seit zweieinhalb Jahren schwelt der Streit. Ende März 2015 hatte das Landgericht entschieden, dass das Haus nicht einsturzgefährdet sei. Geklagt hatte die Kita-Leitung, die eine Luxus-Sanierung befürchtet und in der Clemensstraße bleiben will. Das Verwaltungsgericht wird den Abrissplänen nun wohl einen Riegel vorschieben.

Lesen Sie auch: Trotz teilweisem Denkmalschutz - Hinterhof-Idylle soll Luxus-Haus weichen - Mieter verzweifelt

Im Prozess geht es noch um den Vorbescheid

„Durchsetzen können Sie das neue geplante Gebäude mit Sicherheit nicht“, sagt Richterin Marion Pauli-Gerz. Sie bemängelt die Baupläne des Vereins. Demnach bestehen große Zweifel, dass der Abbruch des Hauses planungsrechtlich abgesichert ist. Problematisch sei aber auch die Nähe zu einem weiteren Denkmal in der Bismarckstraße 22. Dieses würde durch den Bau „beinahe erschlagen“ werden, sagt die Richterin. Der Abbruch des Hauses in der Clemensstraße 29 wäre also nur dann möglich, wenn das Gericht den Neubau höher gewichtet als das jahrhundertealte Denkmal-Ensemble. Aktuell geht’s im Prozess noch um den Vorbescheid. Bis die Bagger rollen, wird in Schwabing noch einige Zeit vergehen – falls es überhaupt so weit kommt. 

Sehen Sie auch: Hätten Sie es gedacht? Das sind Münchens neueste Denkmäler. Außerdem:Aus denkmalgeschütztem Ex-Gefängnis wird Luxus-Komplex. Und: Münchens ältestem Bauernhof soll neues Leben eingehaucht werden.   

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing – mein Viertel“.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

S-Bahn München: Probleme bei der S2
S-Bahn München: Probleme bei der S2
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen

Kommentare