Neue Hauptstadt der Internet-Dinge?

IBM-Supercomputer bringt 1000 neue Jobs nach München

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In den Highlight-Towers nahe der A9-Ausfahrt München-Schwabing eröffnet IBM eine Zentrale für den Supercomputer Watson .

München - Der US-Konzern IBM will München zur Hauptstadt des Internet der Dinge machen! In den Highlight-Towers im Stadtnorden wird eine weltweite Zentrale für den IBM-Supercomputer Watson eröffnet.

Bis Ende 2016 sollen hier 700 Mitarbeiter beschäftigt werden, sagte Harriet Green, bei IBM für Bildung und das Internet der Dinge zuständig. Insgesamt seien bis zu 1000 Stellen für Entwickler, Berater, Forscher und Designer geplant.

Dementsprechend erfreut ist Bayerns Ministerpräsident. Die IBM-Entscheidung sei ein wichtiger Baustein für die Stärkung der bayerischen Wirtschaftskraft“, so Horst Seehofer. Von dem neuen IBM-Standort würden auch zahlreiche bayerische Unternehmen und junge Unternehmensgründer profitieren. Für Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist die Zentrale einer „der größten Ansiedlungserfolge der vergangenen Jahre“.

Der neue Standort ist für IBM eines der größten Investments in Europa überhaupt, sagte Green (53), die von 2012 bis 2014 Vorstandboss der Thomas Cook-Gruppe war. Nach Auffassung des Unternehmens könnte Watson beim Internet der Dinge eine führende Rolle spielen. Beim Internet der Dinge geht es darum, neue Erkenntnisse aus den riesigen Datenmengen zu gewinnen, die bei der Nutzung von sogenannten Wearables, medizinischen Geräten, Verkehrs- und Energiesteuerungssystemen oder Fahrassistenzsystemen anfallen. Nach Schätzungen von IBM gibt es weltweit neun Milliarden vernetzte Geräte, die in den nächsten 15 Jahren täglich rund 2,5 Trillionen Bytes produzieren werden. Mit kognitiven Ansätzen soll es künftig möglich sein, aus den Bergen von unstrukturierten Daten sinnvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

„Das Internet der Dinge entwickelt sich zur weltweit größten Datenquelle“, sagte Green. „Allerdings werden fast 90 Prozent dieser Daten gegenwärtig überhaupt nicht genutzt.“ Watson sei in der Lage, diese Daten rasch zu durchforsten und sie auch mit Informationen aus der Vergangenheit in Beziehung zu setzen. Damit könnten möglicherweise noch unbekannte Korrelationen entdeckt werden.

Deutschland kommt nach Einschätzung von Martina Koederitz, Chefin von IBM Deutschland, eine besondere Rolle zu. „Die Ausgangslage der deutschen Wirtschaft in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 ist hervorragend.“ Ihr Vorteil sei der hohe Industrialisierungsgrad. Vor einem Jahr hatte IBM in New York eine neue Watson-Zentrale eingeweiht. Der Konzern will über drei Milliarden Dollar in das Thema Internet der Dinge investieren.

Stichwort: Watson

Watson ist ein von IBM entwickeltes Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Es wurde von IBM entwickelt, um, Antworten auf Fragen zu geben, die in natürlicher Sprache eingegeben werden. Der Supercomputer sorgte 2011 für erste Schlagzeilen, als er in der Quizsendung Jeopardy gegen zwei Quizexperten antrat – und gewann. Er versteht verschiedene Alltagssprachen, ist selbstlernend und kann Millionen von Daten in Sekundenbruchteilen analysieren. Benannt ist der Computer nach Thomas J. Watson, einem der ersten Präsidenten von IBM.

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