Staufalle kommt weg

Isarring: Einfädelspur statt Ampelanlage!

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Bisherige Lösung: Diese Ampelanlage regelt den Verkehr zwischen der rechten Spur des Isarrings und der von der Ifflandstraße her kommenden Fahrzeuge.

München - Grünes Licht am Mittleren Ring: Die Staufalle am Isarring wird endlich entschärft. Am Mittwoch beschloss der Stadtrat eine eigene Einfädelspur von der Ifflandstraße.

Seit fast fünf Jahren lockt der Richard-Strauss-Tunnel immer mehr Autos auf den Mittleren Ring – und seit fast fünf Jahren bleiben sie spätestens ein paar hundert Meter weiter stehen: Dauer-Stau am Englischen Garten! Doch die Falle wird jetzt endlich entschärft – zumindest halbwegs. Auch beim neuen Tunnel wird jetzt Tempo gemacht.

Am Mittwoch gab der Stadtrat grünes Licht für eine eigene Einfädelspur von der Ifflandstraße in den Isarring. Zwar scheiterte die SPD mit ihrer Forderung einer normalen, 3,50 Meter breiten zusätzlichen Fahrbahn. Aber dafür gab es eine große Mehrheit der anderen Parteien für eine provisorische, nur drei Meter breite zusätzliche Spur.

Damit sind die Tage der Ampel am Isarring gezählt, ein Tempolimit dürfte es aber wegen der unsichereren Schmalspur-Lösung weiter geben. Die bisherige Regelung war mehrfach nachgebessert worden: Derzeit bremst Tempo 40 den Mittleren Ring am Englischen Garten. Dazu sorgt eine Ampel auf der rechten Fahrbahn dafür, dass die Autos aus der Ifflandstraße auffahren können. Seit Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnels 2009 fahren nämlich bis zu 45 Prozent mehr Autos über den Isarring. Der Rückstau reicht teilweise fünf Kilometer zurück durch den Tunnel bis Ramersdorf!

Es gibt Pläne für einen Tunnel unter dem Englischen Garten.

Das soll jetzt aufhören: SPD-Planungssprecher Christian Amlong warb erfolglos für den Breitspur-Ausbau als „perfekte Lösung“. Das ­schmale Provisorium würde über Jahre weiter für Stau sorgen. Das kümmerte die anderen Parteien nicht – aus unterschiedlichen Gründen: Die Grünen wollen die „Wunde im Englischen Garten nicht vergrößern“, wie Stadtrat Paul Bickelbacher sagte. CSU und FDP hoffen, dass der Freistaat so später beim Bau des geforderten Tunnels am Englischen Garten noch Zuschüsse zahlt.

Apropos Tunnel: Auch hier tritt der Stadtrat aufs Gas. Die Parteien beschlossen auf Antrag von CSU und FDP einstimmig, dass die Stadt sofort mit Planungen beginnen soll. Endgültig begraben wurde die Forderung von Grünen und Naturschützern, als Ersatz eine grüne Brücke zu prüfen.

In einem Punkt setzten sich die Grünen aber dank der SPD durch: Die Tunnel-Idee des Architektenpaars Hermann Grub und Petra Lejeune wird daraufhin geprüft, wie viele Bäume die bis zu 95 Meter breite Tunnel-Baustelle durch den Englischen Garten kostet. Endgültig beschlossen wird der Bau ohnehin erst nach der Wahl.

David Costanzo

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