Polizist Markus Jobst erschossen

Vor 20 Jahren: Das Attentat vom Bonner Platz

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Auf den Treppen des U-Bahnhofes Bonner Platz legten die Kollegen 1995 einen Kranz für Markus Jobst († 21) nieder.

München - An der Gedenkgalerie aller 63 im Dienst getöteten bayerischen Polizisten im Münchner Innenministerium werden heute viele an ihn denken.

 Und in den Herzen seiner Kollegen und derer, die ihn lieben, ist und bleibt er sowieso: Heute vor 20 Jahren – an jenem 22. Januar 1995 um 20.30 Uhr – wurde der Münchner Polizist Markus Jobst († 21) im U-Bahnhof Bonner Platz in Schwabing von dem flüchtenden Tankstellenräuber Boro M. (damals 22 Jahre alt) erschossen.

Der Beamte wurde in seiner Oberpfälzer Heimatgemeinde in Holzheim am Forst (Landkreis Regensburg) beigesetzt. Dort treffen sich heute seine Münchner Kollegen und seine Familie für einen Gedenkgottesdienst an dem Ermordeten, der so stolz darauf gewesen war, ein Polizist zu sein.

Mutter Christa Jobst und Schwester Tanja halten die Erinnerung wach.

Als der kleine Markus noch gar nicht richtig laufen konnte – da wollte er schon Polizist werden. Und seine Familie war so stolz auf ihn. An jenem kalten Januar-Sonntag wollte er eigentlich mit seiner jüngeren Schwester Tanja (15) zum Skilaufen gehen. Doch dann sprang er doch für einen Kollegen ein. Abends wurden Markus Jobst und seine Kollegin Margit H. mit eingebunden in die Fahndung nach dem flüchtigen Räuber. Um 20.30 Uhr trafen die beiden Beamten im U-Bahnhof auf den Täter. Der schoss sofort. Margit H. sank getroffen zu Boden. Markus Jobst hätte dem fliehenden Räuber in den Rücken schießen können. Er hätte es in dieser Notwehr-Situation sogar tun müssen. Doch er hatte Skrupel – der Mörder aber nicht: Zwei Schüsse trafen den jungen Polizisten ins Knie und in die Lunge. Die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Sein Mörder wurde fünf Tage später in Nürnberg gefasst und sitzt in Straubing in Haft.

„Meine Eltern und ich – wir sind damals innerlich zusammengebrochen“, berichtete Markus’ Schwester Jahre später. Der Vater ist 2011 verstorben. Nun halten Mutter Christa Jobst und Schwester Tanja die liebevollen Erinnerungen wach: „In unseren Herzen ist Markus bei uns, zu jeder Sekunde des Tages.“

Dorita Plange

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