Neuer Wirbel um Arzt und Stadtrat

Klinikum Schwabing: Hausverbot für Josef Assal

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Stadtrat Josef Assal (SPD) arbeitet in Schwabing als Chirurg

München - Neuer Wirbel um Josef Assal: Das Klinikum Schwabing hat dem Arzt und Stadtrat Hausverbot erteilt. Wie es dazu kam, davon gibt es zwei völlig unterschiedliche Geschichten.

Erst grillt Josef Assal eine Sau, auf der „Münchner Stadtrat“ steht. Dann machen ihn die Wähler zum Häufelkönig – er schimpft im Rathaus auf Freund und Feind und tritt aus seiner SPD-Fraktion aus. Jüngst muss er mit inneren Blutungen auf die Intensivstation im Klinikum Schwabing, bei dem er als Chirurg arbeitet. Und jetzt gibt es neuen Wirbel um den Stadtrat: Sein eigenes Klinikum hat ihm Hausverbot erteilt und ihn vom Dienst suspendiert!

Am Donnerstag hat Assal es schriftlich erhalten: „Freistellung von der Arbeitsleistung“ und einem „Hausverbot bis auf weiteres“, berichtet der Stadtrat der tz. Was war passiert?

Assal schildert es so: Am Dienstag war er gegen 16 Uhr in der Klinik, um an Unterlagen zu arbeiten. Er sei zwar nach den Bauch-Blutungen arbeitsunfähig geschrieben, habe sich aber selbst als Patient entlassen. Als Leitender Feuerwehrnotarzt hatte er den Piepser dabei. Plötzlich Alarm: Schwerverletzter nach Autounfall im Hubschrauber nach Schwabing! „Ich kann doch nicht mit verschränkten Armen zusehen, wie ein Schwerverletzter stirbt“, sagt Assal. In Schockraum und Nothilfe seien je nur eine Ärztin gewesen, dazu ein voller Wartebereich und mehrere Rettungswagen vor der Tür. Darum habe er eine Schwester aus dem Sichtungszimmer für Patienten in die Nothilfe geschickt und selbst im Schockraum geholfen.

Klinik: "Dadurch hätten Patienten gefährdet werden können"

Das Städtische Klinikum widerspricht: „Gefahr im Verzug lag nicht vor. Die Schockraumversorgung des Patienten erfolgte in voller personeller Besetzung nach den Richtlinien der Gesellschaft für Unfallchirurgie.“ Assal sei auch als Feuerwehrnotarzt nicht berechtigt, in ein Notfallzentrum einzugreifen. „Er griff durch unerlaubte und nicht nachvollziehbare Anweisungen massiv in den Dienstbetrieb ein. Dadurch hätten Patienten gefährdet werden können.“

Jetzt macht Assal zwei Wochen Kur, danach arbeitet er als Arzt bei einer Kreuzfahrt. Im Rathaus werde er sich weiter nicht mehr bei der SPD engagieren.

David Costanzo

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