Projekt „Ein Englischer Garten“

Kommentar zum Tunnel-Aus: "Die Stadt wird im Stich gelassen"

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Stefan Dorner ist Ressortleiter München+Region bei der tz.

München -  "Die Stadt wird im Stich gelassen von Finanzminister Söder und von Bundesverkehrsminister Dobrindt." Das meint Stefan Dorner in seinem Kommentar zum Aus für den Tunnel unterm Englischen Garten.

Zugegeben, es gibt Wichtigeres in einer Zeit klammer Haushaltskassen, fehlender Wohnungen, explodierender Mieten und ungeklärter Flüchtlingsfragen als: Muss man im Englischen Garten über eine Brücke laufen, um vom Südteil in den Norden zu gelangen? Oder geht es über eine grüne Wiese, weil die Straße unter die Erde verlegt worden ist? Doch das überraschende wie barsche Nein des Freistaats - dem Eigentümer des Parks - zu einer Kostenbeteiligung ist ein übler Schlag für die Initiatoren um das charmant-beharrliche Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub. Die beiden haben getrommelt und in der Privatwirtschaft erfolgreich um Sponsoren geworben.

Das Projekt „Ein Englischer Garten“ ist von einer positiven Spinnerei zur grünen Imagekampagne geworden. Eine Kür in der von Pflichten, Widerständen und Rückschlägen (Olympia-Aus, 2. Stammstrecke, 3. Startbahn) gefangenen Metropole. Maximal 150 Millionen Euro würde das kosten. Eine vergleichsweise günstige Schönheitskorrektur an einer hässlichen Narbe des Städtebaus. Eine Vision für München, die leicht zu stemmen ist, wenn alle zusammenhelfen. Doch die Stadt wird im Stich gelassen vom Freistaat mit „Parkchef“ und Finanzminister Söder sowie dessen CSU-Kollegen Dobrindt in Berlin. Das passiert leider nicht zum ersten Mal. Beim Tunnel ist es schade, bei der 2. Stammstrecke fatal.

Stefan Dorner ist Ressortleiter München+Region bei der tz

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