Premiere am Dienstag

Lach- und Schießgesellschaft mit erstem eigenen Ensemble: "Wer sind wieder wir"  

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Das neue Ensemble der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit Sebastian Rüger (l-r), Caroline Ebner, Frank Smilgies und Norbert Bürger.

München - Nach vier Jahren geht die Münchner Lach- und Schießgesellschaft erstmals wieder mit eigenem Ensemble an den Start. Mit einer Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit, aber ohne erhobenen Zeigefinger will man sich Themen widmen, „die uns auf der Seele brennen“.

„Ich lache gerne - wenn's passt“, sagt Frank Smilgies, „das hat Loriot mal gesagt“. Und es scheint recht oft zu passen bei Smilgies und seinen drei Künstler-Kollegen an der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Zumindest gelingt es Smilgies, seinem langjährigen Bühnenpartner Sebastian Rüger, Caroline Ebner und Norbert Bürger nicht, lange ernst zu bleiben. „Ohne Gaudi is es ja a Schmarrn“, sagt Bürger. Mit „Wer sind wieder wir“ feiert das erste eigene Lach- und Schieß-Ensemble seit vier Jahren am Dienstag seine Premiere.

So wenig ernst, wie sich die Vier einerseits oft nehmen, so ernsthaft ist andererseits die Botschaft, die sie in ihrem satirischen Stück vermitteln wollen. Das Programm setzt sich mit aktuellen politischen Themen auseinander, „die uns auf der Seele brennen“, wie Ebner sagt. Ganz besonders aber mit der Frage nach Identität. „Es geht um das Gefühl, im jetzigen Europa zu leben. Und was das alles so mit einem macht. Wer sind wir Deutschen im sich gerade verändernden Europa? Das ist eine total reiche, spannende und reibungsreiche Zeit.“

Kein Gesinnungskabarett

Die Flüchtlingskrise, die zunehmende Radikalisierung, die Gier nach Geld - das sind nur einige der Dinge, die Ebner, Smilgies, Rüger und Bürger nach eigener Aussage „künstlerisch-theatralisch“ und „facettenreich“ auflösen wollen. Auch wenn Politiker wie Markus Söder (CSU) oder Ursula von der Leyen (CDU) Nehmerqualitäten haben sollten, verzichtet das Quartett bewusst auf den erhobenen Zeigefinger. Ein Gesinnungskabarett wolle man nicht, sagt Smilgies.

Ein viel größeres Augenmerk legen die Künstler in den 39 einzelnen Nummern auf die Musik. Sie soll während der zweistündigen Darbietung mehr sein als nur Begleitung, etwas Verbindendes, Überbauendes und Unterstützendes haben. Rüger steuerte einen, wie er sagt, „punkigen Industrial-Song“ bei, laut und rockig, so gar nicht Kabarett-typisch.

An Übervater Hildebrandt erinnert nicht mehr viel

An den im November 2013 verstorbenen Gründer der Lach- und Schießgesellschaft, Kabarett-Übervater Dieter Hildebrandt, erinnert nicht mehr viel. Auch das ist beabsichtigt. Natürlich gehe es ein bisschen darum, die Tradition zu bedienen, sagt Ebner, „aber auf unsere Art. Wir sind einfach wir. Und wir sind nicht Dieter Hildebrandt.“

Deshalb funktioniere die Zusammenarbeit der Vier so gut. „Jeder ist bei sich geblieben“, sagt Bürger: Er selbst, der Vollblutmusiker und Texteschreiber, das Schlagzeug-Gesang-Schauspiel-Duo Ulan & Bator und Ebner, die Schauspielerin, Klavierspielerin und Sängerin. „Keiner lässt sich verbiegen.“ Genau das hätte auch Hildebrandt begrüßt, da ist sich das neue Ensemble einig. „Bleibt bei Euch, dann passt das schon.“ Das, so glaube Bürger, hätte er ihnen geraten - getreu dem Motto „Wer sind wieder wir“. Das Quartett tritt bis zum 16. Januar mit seinem Programm auf- Premiere am Dienstag.

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